Kinderärzte tragen als Ärztinnen und Ärzte mit häufig eigener Praxis eine doppelte Verantwortung: für die Familie und für den laufenden Praxisbetrieb. Die Risikolebensversicherung schützt im Todesfall sowohl die Hinterbliebenen als auch ausstehende Praxiskredite und laufende Verbindlichkeiten, die sonst auf die Familie übergehen könnten.
Das Wichtigste in Kürze
- Praxiskredit absichern: Viele Kinderärzte haben laufende Darlehen für Praxisgründung oder -übernahme; eine Risikolebensversicherung mit der Bank als Begünstigte schützt die Familie vor einer Schuldenhaftung.
- Günstiger Einstieg dank niedrigem Risikoprofil: Pädiater gelten versicherungsmedizinisch als günstiges Risiko; Beiträge sind vergleichsweise niedrig.
- Laufzeit an Kreditlaufzeit koppeln: Die Versicherungssumme sollte mindestens der ausstehenden Kreditsumme entsprechen und die Laufzeit die Kreditlaufzeit abdecken.
Risikolebensversicherung speziell für Kinderärzte
Kinderärzte gründen oder übernehmen Praxen häufig im Alter zwischen 35 und 45 Jahren, wenn gleichzeitig familiäre Verpflichtungen bestehen. Eine Praxisfinanzierung von 250.000 EUR läuft typischerweise 15 bis 20 Jahre. Stirbt der Praxisinhaber in dieser Zeit, könnten die Erben mit dem Kredit belastet werden, sofern keine Risikolebensversicherung vorhanden ist. Eine Risikopolice über 250.000 EUR Versicherungssumme mit 15 Jahren Laufzeit kostet einen gesunden 38-jährigen Kinderarzt rund 25 bis 40 EUR monatlich.
Für den Familienschutz empfiehlt sich eine separate Police, die das Haushaltseinkommen absichert. Als Faustregel gilt das 3- bis 5-fache des Jahresnettoeinkommens; bei einem Nettoeinkommen von 70.000 EUR wären das 210.000 bis 350.000 EUR. Diese Summe überbrückt den Zeitraum, bis Kinder selbstständig sind und der überlebende Elternteil die Lebenshaltung allein sichern kann.
Worauf Kinderärzte besonders achten sollten
Kinderärzte sollten bei der Gesundheitsprüfung vollständige und wahrheitsgemäße Angaben machen. Vorerkrankungen wie behandelte Burnout-Episoden oder Rückenprobleme müssen angegeben werden. Falsche Angaben führen im Todesfall zur Leistungsfreiheit des Versicherers, was den Absicherungszweck vollständig verfehlt.
Ärzteversichert empfiehlt, Risikolebensversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung als separate Policen abzuschließen und nicht als kombiniertes Produkt. Kombinierte Policen sind meist teurer und schränken die Flexibilität bei Vertragsänderungen ein.
Typische Fehler bei Kinderärzten
Ein häufiger Fehler ist die Unterversicherung: Kinderärzte, die ihre Praxis aufgebaut und gleichzeitig Kinder großgezogen haben, haben oft eine Risikoversicherung von 100.000 EUR aus dem Studium, die nie angepasst wurde. Zwischenzeitlich ist der Kreditbedarf auf 300.000 EUR gestiegen, und die Familie hat drei statt damals keine Kinder.
Ein weiterer Fehler ist das Fehlen einer Nachversicherungsgarantie. Ohne diese Option ist eine spätere Aufstockung der Versicherungssumme ohne neue Gesundheitsprüfung nicht möglich. Für Kinderärzte in der Praxiswachstumsphase ist diese Klausel besonders wertvoll.
Fazit
Die Risikolebensversicherung ist für Kinderärzte mit Praxis und Familie ein unverzichtbarer Schutz, der regelmäßig an die aktuelle Lebenssituation angepasst werden sollte. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Risikolebensversicherung
- BaFin – Versicherungsaufsicht Deutschland
- Bundesärztekammer – Ärztliche Niederlassung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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