Onkologen arbeiten in einem der emotional belastendsten Bereiche der Medizin und tragen gleichzeitig als niedergelassene Fachärzte oder Klinikärzte erhebliche wirtschaftliche Verantwortung. Die Risikolebensversicherung ist ein essenzielles Instrument, um Praxisschulden und Familienversorgung im Todesfall abzusichern.
Das Wichtigste in Kürze
- Niedergelassene Onkologen mit onkologischen Schwerpunktpraxen benötigen oft Investitionen von 150.000 bis 400.000 Euro für Infusionsmöbel, IT-Infrastruktur und Diagnostikgeräte; diese sollten durch eine Risikolebensversicherung abgesichert sein.
- Onkologen werden von Versicherern in einer mittleren Risikoklasse eingestuft, da ihre Tätigkeit nicht-operativ, aber durch Chemotherapie-Nadelstichverletzungen und chronischen Stress mit gewissen Risiken verbunden ist.
- Eine ausreichende Todesfallsumme schützt auch Praxispartner in onkologischen Gemeinschaftspraxen vor der Notwendigkeit, Praxisanteile von Erben zurückzukaufen.
Risikolebensversicherung speziell für Onkologen
Onkologische Schwerpunktpraxen sind in der Regel personalintensiv und kapitalintensiv: Behandlungsstühle für Infusionstherapien, Kühlsysteme für Chemotherapeutika, Apotheken-Kooperationen und spezialisierte IT-Systeme machen erhebliche Investitionen notwendig. Dazu kommt das arzneimittelrechtliche Risiko des Chemotherapeutikahandlings: Praxen, die Zytostatika aufbereiten oder verwalten, tragen erhöhte Haftungsrisiken und müssen entsprechend abgesichert sein. Die Risikolebensversicherung gehört in diesem Kontext zu den Basisabsicherungen.
Für angestellte Onkologen in der Klinik steht die Familienversorgung im Vordergrund. Ein Oberarzt in der Onkologie mit einem Jahresbruttogehalt von 110.000 Euro sollte eine Todesfallsumme von mindestens 300.000 bis 500.000 Euro anstreben, um den Lebensstandard seiner Familie für mehrere Jahre aufrechterhalten zu können, während die Hinterbliebenen die Familiensituation neu ordnen. Monatliche Beiträge für diese Absicherung liegen bei einem 38-jährigen Onkologen in der Regel bei 35 bis 65 Euro.
Worauf Onkologen besonders achten sollten
Bei der Gesundheitsprüfung für die Risikolebensversicherung sollten Onkologen besonders auf die vollständige und korrekte Angabe von Vorerkrankungen achten. Wer an einem belasteten Arbeitsplatz arbeitet und selbst schon psychosomatische Symptome oder behandelte Depressionen hatte, muss diese angeben; fehlerhafte Angaben führen im Todesfall zur Leistungsfreiheit. Ärzteversichert empfiehlt, die Antragstellung frühzeitig anzugehen, bevor gesundheitliche Auffälligkeiten entstehen. Zusätzlich sollten Onkologen in Praxisnetzwerken oder Gemeinschaftspraxen die gegenseitige Absicherung durch Überkreuzversicherungen sicherstellen.
Typische Fehler bei Onkologen
Ein typischer Fehler ist die fehlende Anpassung der Todesfallsumme nach Praxisgründung. Wer zu Beginn der Weiterbildung eine Risikolebensversicherung mit 200.000 Euro abschließt und später eine Praxis mit Krediten von 400.000 Euro eröffnet, ist systematisch unterversichert. Ein weiterer Fehler ist die Kopplung der Versicherungslaufzeit an das Rentenalter, ohne die frühe Familienphase separat zu berücksichtigen.
Fazit
Onkologen brauchen eine Risikolebensversicherung, die Praxisschulden und Familienbedarf realistisch abbildet und regelmäßig an veränderte Lebenssituationen angepasst wird. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Risikolebensversicherung
- BaFin – Versicherungsaufsicht
- Bundesärztekammer
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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