Palliativmediziner arbeiten täglich mit sterbenden Menschen und erleben Verlust und Trauer als Teil ihres Berufsalltags. Gerade deshalb wird die Absicherung des eigenen Todesfallrisikos häufig verdrängt. Eine Risikolebensversicherung ist für Palliativmediziner mit familiären oder finanziellen Verpflichtungen keine optionale Ergänzung, sondern ein notwendiger Schutz.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Risikolebensversicherung über 300.000 bis 500.000 EUR kostet für einen 35-jährigen Palliativmediziner ohne Vorerkrankungen rund 25 bis 60 EUR monatlich, abhängig von Laufzeit und Versicherungssumme
- Palliativmediziner, die Praxiskredite oder Mietverbindlichkeiten für ihre SAPV-Praxis tragen, benötigen eine Versicherungssumme mindestens in Höhe dieser Verbindlichkeiten
- Bei der Gesundheitsprüfung werden Vorerkrankungen abgefragt; psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen, die im Berufsfeld der Palliativmedizin häufiger vorkommen, können zu Ausschlüssen oder Beitragszuschlägen führen
Risikolebensversicherung speziell für Palliativmediziner
Palliativmediziner, die als niedergelassene SAPV-Ärzte tätig sind, haben typischerweise geringere Praxisschulden als geräteintensive Fachärzte; trotzdem entstehen finanzielle Verpflichtungen durch Praxiseinrichtung, Fahrzeugleasing für Hausbesuche und Mietverträge für Praxisräume. Eine Risikolebensversicherung über die Laufzeit dieser Verbindlichkeiten ist die kostengünstigste Form der Absicherung: Die Hinterbliebenen erhalten im Todesfall eine Einmalzahlung, die alle Verbindlichkeiten tilgen kann.
Für Palliativmediziner mit Familie empfiehlt sich eine Versicherungssumme, die den Einkommensausfall für fünf bis zehn Jahre abdeckt. Bei einem Jahresüberschuss von 100.000 EUR ergibt das eine Versicherungssumme von 500.000 bis 1.000.000 EUR. Jährlich sinkende Versicherungssummen (Annuitätentilgung) sind günstiger als konstante Summen und passen zu Tilgungsverläufen von Praxiskrediten.
Worauf Palliativmediziner besonders achten sollten
Palliativmediziner sollten bei der Gesundheitsprüfung besonders sorgfältig vorgehen: Wer in der Vergangenheit wegen Burnout, Depression oder Angststörungen behandelt wurde, muss diese Erkrankungen korrekt angeben. Falschaussagen führen zur Leistungsfreiheit des Versicherers im Todesfall. Ärzteversichert empfiehlt, die Gesundheitsprüfung frühzeitig nach dem Studium abzuschließen, wenn das Risikoprofil noch günstig ist und keine berufsbedingten psychischen Belastungsreaktionen in der Krankenakte dokumentiert sind.
Typische Fehler bei Palliativmedizinern
Ein häufiger Fehler ist der Aufschub des Abschlusses: Wer die Risikolebensversicherung auf „nach der Niederlassung" verschiebt, zahlt höhere Beiträge und riskiert, dass sich in der Zwischenzeit Vorerkrankungen entwickeln, die die Versicherbarkeit einschränken. Ein weiterer Fehler ist die zu niedrig angesetzte Versicherungssumme: Wer nur die unmittelbaren Praxisschulden absichert, aber nicht den Einkommensersatz für die Familie, hinterlässt eine erhebliche Versorgungslücke. Schließlich vernachlässigen manche Palliativmediziner die jährliche Überprüfung: Wenn sich finanzielle Verpflichtungen ändern, sollte die Versicherungssumme angepasst werden.
Fazit
Eine Risikolebensversicherung ist für Palliativmediziner eine kostengünstige und unbedingt notwendige Absicherung, die Familie und Praxis im Todesfall vor finanziellen Schwierigkeiten schützt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Risikolebensversicherung: Marktübersicht
- Bundesgesundheitsministerium – SAPV und ambulante Palliativversorgung
- Gesetze im Internet – VVG Versicherungsvertragsgesetz
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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