Niedergelassene Onkologen mit hohem steuerpflichtigem Einkommen gehören zu den Hauptprofiteuren der Rürup-Rente. Der steuerliche Abzug von bis zu 27.566 EUR (2025, Einzelperson) macht die Basisrente besonders in Jahren mit hohem Praxisgewinn zur effizientesten Altersvorsorge-Option.
Das Wichtigste in Kürze
- Maximaler Steuerabzug bei hohem Praxisgewinn: Onkologen mit einem Jahresgewinn von 200.000 EUR und mehr können durch die Rürup-Rente ihre Steuerlast um 12.000 bis 14.000 EUR jährlich senken.
- Kombinierbar mit Versorgungswerk: Anders als eine betriebliche Altersvorsorge lässt sich die Rürup-Rente problemlos neben dem Pflichtbeitrag zum Ärztlichen Versorgungswerk nutzen.
- Fondspolicen als flexibles Rürup-Modell: Für Onkologen, die Renditechancen nutzen wollen, bieten fondsgebundene Rürup-Policen mit ETF-Auswahl eine attraktive Alternative zu klassischen Rentenversicherungen.
Rürup-Rente speziell für Onkologen
Niedergelassene Onkologen in Schwerpunktpraxen erzielen Praxisgewinne von 180.000 bis 350.000 EUR jährlich. In der Spitzensteuerklasse bedeutet jeder Euro Rürup-Beitrag eine Steuerersparnis von rund 42 bis 47 Cent. Bei einem Jahresbeitrag von 27.566 EUR ergibt das eine Steuerersparnis von 11.500 bis 13.000 EUR.
Das Versorgungswerk der Landesärztekammern leistet typischerweise eine Altersrente von 3.000 bis 5.000 EUR monatlich, wenn der Arzt 30 bis 35 Jahre lang den Regelbeitrag entrichtet hat. Diese Rente allein reicht für den Lebensstandard eines niedergelassenen Onkologen nicht aus. Die Rürup-Rente kann eine Zusatzrente von 1.000 bis 2.000 EUR monatlich aufbauen, wenn von 45 bis 67 Jahren jährlich der Höchstbeitrag eingezahlt wird.
Für Onkologen, die kurz vor Renteneintritt stehen und noch steuerlich optimieren wollen, ist ein einmaliger Großbeitrag in eine Rürup-Police möglich. Der maximale Beitrag gilt als Jahresbeitrag und kann auch im Dezember eingezahlt werden, um die Steuerlast des laufenden Jahres zu senken.
Worauf Onkologen besonders achten sollten
Onkologen sollten bei der Produktwahl zwischen klassischen, fondsgebundenen und hybriden Rürup-Tarifen abwägen. Klassische Tarife bieten Garantien, aber niedrige Renditen von 0,5 bis 1,5 Prozent. Fondsgebundene Tarife mit ETF-Auswahl bieten langfristig 4 bis 7 Prozent Rendite, jedoch ohne Garantie. Für Onkologen mit einem Anlagehorizont von mehr als 15 Jahren ist die fondsgebundene Variante meist vorzuziehen.
Ärzteversichert empfiehlt Onkologen, die Rürup-Rente jährlich auf ihren Beitrag hin zu überprüfen und an den aktuellen Praxisgewinn anzupassen. In Jahren mit außerordentlichen Gewinnen (z. B. nach Praxiserweiterung oder Kassenzulassungsgewinn) lohnt sich eine Beitragserhöhung besonders. Eine flexible Beitragsgestaltung mit Zuzahlungsmöglichkeit ist daher ein wichtiges Auswahlkriterium.
Typische Fehler bei Onkologen
Ein häufiger Fehler ist der Abschluss einer Rürup-Rente ohne Berufsunfähigkeitszusatzversicherung. Wenn Berufsunfähigkeit eintritt, werden die Beiträge nicht mehr eingezahlt; die Police bleibt mit niedrigen Deckungsreserven stehen. Eine BU-Zusatzversicherung im Rürup-Mantel hält die Beitragszahlung im BU-Fall aufrecht.
Ein weiterer Fehler ist die Unterschätzung der Unflexibilität. Die Rürup-Rente kann nicht gekündigt oder ausgezahlt werden; das eingezahlte Kapital ist bis zur Rentenzahlung gebunden. Wer Liquiditätsreserven für Praxisinvestitionen benötigt, sollte neben der Rürup-Rente stets einen freien Kapitalstock aufbauen.
Fazit
Die Rürup-Rente ist für niedergelassene Onkologen mit hohem Einkommen ein steuerlich hochwirksames Instrument zur Altersvorsorge, das sich besonders in ertragstarken Jahren auszahlt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium der Finanzen – Basisrente und Steuerabzug
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – Altersvorsorge für Vertragsärzte
- Bundesärztekammer – Versorgungswerk und ergänzende Vorsorge
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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