Orthopäden gehören zu den bestverdienenden Facharztgruppen in Deutschland, insbesondere wenn sie chirurgisch tätig sind und Endoprothetik, Wirbelsäulenchirurgie oder Sportorthopädie anbieten. Diese Einkommensposition macht die Rürup-Rente zu einem besonders wirksamen Steueroptimierungsinstrument.
Das Wichtigste in Kürze
- Niedergelassene Orthopäden erzielen häufig Jahresgewinne von 200.000 bis 400.000 Euro; bei einem Grenzsteuersatz von 45 Prozent spart der Rürup-Höchstbeitrag (27.566 Euro, Stand 2026) bis zu 12.400 Euro Steuern jährlich.
- Orthopäden mit BU-Zusatzversicherung im Rürup-Vertrag können beide Bausteine gemeinsam steuerlich absetzen; die BU-Prämie muss jedoch weniger als 50 Prozent des Gesamtbeitrags betragen.
- Rürup-Verträge sind pfändungssicher; für Orthopäden mit eigener Praxis und Haftungsrisiken ist das ein zusätzlicher Vorteil gegenüber nicht pfändungsgeschützten Sparformen.
Rürup-Rente speziell für Orthopäden
Die steuerliche Effizienz der Rürup-Rente ist für Orthopäden besonders hoch, weil die überdurchschnittlichen Gewinne regelmäßig den Spitzensteuersatz aktivieren. Ein Orthopäde mit einem Jahresgewinn von 300.000 Euro zahlt auf den letzten Euro Gewinn 45 Prozent Einkommensteuer plus Solidaritätszuschlag; jeder Rürup-Beitrag reduziert diesen Betrag im selben Verhältnis. Konkret: Bei vollständiger Ausnutzung des Rürup-Höchstbetrags von 27.566 Euro spart der Orthopäde 27.566 × 0,45 = 12.405 Euro Einkommensteuer im betreffenden Jahr.
Über 20 Beitragsjahre kumuliert sich dieser Steuereffekt auf 248.100 Euro gesparte Einkommensteuer, wenn der Steuersatz konstant bei 45 Prozent bleibt. Die Rürup-Rente im Rentenalter wird zwar mit dem persönlichen Rentensteuersatz versteuert (bei guten Einkünften im Rentenalter ca. 25 bis 35 Prozent), aber die Differenz zwischen Ansparsteuerersparnis (45 Prozent) und Rentenbesteuerung (25 bis 35 Prozent) macht die Rürup-Rente für Spitzenverdiener dauerhaft attraktiv.
Worauf Orthopäden besonders achten sollten
Orthopäden, die chirurgisch tätig sind, haben ein erhöhtes Berufsunfähigkeitsrisiko durch muskuloskelettale Überlastung. Der Einschluss einer BU-Zusatzversicherung in den Rürup-Vertrag ist deshalb sinnvoll; die Kombination aus Altersvorsorge und BU-Schutz im selben Vertrag wird steuerlich gemeinsam behandelt, was die Verwaltung vereinfacht. Ärzteversichert empfiehlt, vor dem Rürup-Abschluss die individuelle Steueroptimierung durch einen Steuerberater berechnen zu lassen, da die optimale Einzahlungshöhe von der Gesamtsteuersituation abhängt.
Typische Fehler bei Orthopäden
Ein häufiger Fehler ist die fehlende Kombination mit einem liquiden Notfallpuffer. Rürup-Kapital ist nicht kündbar und nicht verfügbar; wer sein gesamtes Sparkapital in Rürup investiert, hat im Fall einer Praxiskrise oder unerwarteter Investitionserfordernisse keine liquiden Reserven. Mindestens drei bis sechs Monatsausgaben sollten als frei verfügbare Reserve außerhalb der Rürup-Rente gehalten werden. Ein weiterer Fehler ist das Vergleichen von Rürup-Produkten nur nach dem ersten Jahresbeitrag, ohne die Rentenleistungen in der Auszahlungsphase zu analysieren.
Fazit
Die Rürup-Rente ist für Orthopäden mit hohem Einkommensniveau ein erstklassiges Steueroptimierungsinstrument, das in eine ausgewogene Altersvorsorgestrategie mit liquiden Reserven eingebettet werden sollte. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium der Finanzen
- Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen
- GDV – Rürup-Rente
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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