Anästhesisten sind durch ihren klinischen Alltag einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt: Nadelstichverletzungen, Heben und Drehen von Patienten sowie die körperliche Belastung in der Intensivmedizin machen eine solide private Unfallversicherung zu einem wichtigen Bestandteil der Absicherungsstruktur. Die gesetzliche Unfallversicherung über den Arbeitgeber deckt nur Arbeitsunfälle ab, nicht Unfälle in der Freizeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Anästhesisten sind in der Intensivmedizin und im OP-Bereich körperlich belastet; Freizeit-Unfallrisiken wie Sport und Verkehr werden durch die gesetzliche Unfallversicherung nicht abgedeckt
  • Eine private Unfallversicherung zahlt bei dauerhafter Invalidität eine Einmalsumme oder Rente, unabhängig vom Unfallort
  • Die Absicherung sollte eine angemessene Invaliditätssumme von mindestens 500.000 EUR vorsehen, um den Einkommensausfall im Invaliditätsfall zu kompensieren

Unfallversicherung speziell für Anästhesisten

Die private Unfallversicherung für Anästhesisten hat eine andere Bedeutung als die BU-Versicherung: Während die BU bei Berufsunfähigkeit aus Krankheit oder Unfall zahlt, konzentriert sich die Unfallversicherung auf dauerhafte Invalidität nach einem Unfallereignis. Die Einmalsumme kann für die Umrüstung der Wohnung, eine Haushaltshilfe oder den Kauf eines behindertengerechten Fahrzeugs genutzt werden.

Für Anästhesisten empfiehlt sich eine Unfallversicherung mit einer Invaliditätsgrundsumme von 300.000 bis 600.000 EUR und einem hohen Progressionsfaktor von 350 bis 500%. Bei einer dauerhaften Invalidität von 100% und einem Progressionsfaktor von 500% ergibt das eine Auszahlung von 1,5 bis 3 Millionen EUR, die den Lebensunterhalt auch bei vollständiger Erwerbsunfähigkeit für viele Jahre sichert. Wer zusätzlich eine BU-Versicherung hat, sollte beide Produkte aufeinander abstimmen, um Überschneidungen zu minimieren.

Worauf Anästhesisten besonders achten sollten

Anästhesisten sollten bei der Antragstellung auf eine vollständige Erfassung aller Freizeitaktivitäten achten. Wer Kampfsport, Klettern oder Motorradfahren betreibt, muss dies angeben, da diese Aktivitäten zu Ausschlüssen oder Zuschlägen führen können. Ärzteversichert empfiehlt außerdem die Wahl eines Tarifs mit Gliedertaxe, die die Entschädigung für spezifische Körperschäden präzise definiert. Eine Gliedertaxe, die den Verlust einer Hand mit 70% statt 55% bewertet, macht bei einer Anästhesisten-Karriere einen erheblichen Unterschied.

Typische Fehler bei Anästhesisten

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, die BU-Versicherung decke alle Risiken ab, weshalb auf eine Unfallversicherung verzichtet wird. BU und Unfallversicherung ergänzen sich jedoch: Die BU zahlt monatlich, die Unfallversicherung zahlt eine Einmalsumme für einmalige Sonderausgaben. Ein weiterer Fehler ist die zu niedrige Invaliditätssumme: Bei Anästhesisten mit einem Jahreseinkommen von 120.000 bis 150.000 EUR reicht eine Invaliditätssumme von 150.000 EUR bei weitem nicht aus, um den Lebensstandard zu sichern. Schließlich wird die jährliche Anpassung der Versicherungssumme an die Einkommensentwicklung häufig vernachlässigt.

Fazit

Eine private Unfallversicherung mit angemessener Invaliditätssumme und hohem Progressionsfaktor ist für Anästhesisten eine sinnvolle Ergänzung zur BU-Versicherung, die spezifische Unfallfolgen abdeckt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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