Augenärzte sind bei ihrer täglichen Arbeit besonderen Belastungen ausgesetzt: Präzisionsinstrumente, Laser und Mikrochirurgie erfordern maximale Feinmotorik und unbeeinträchtigte Sehschärfe. Eine private Unfallversicherung sollte diese beruflichen Risiken gezielt berücksichtigen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die gesetzliche Unfallversicherung greift nur bei Arbeitsunfällen und auf dem Arbeitsweg, nicht bei privaten Unfällen.
- Für Augenärzte ist eine hohe Invaliditätsgrundsumme besonders wichtig, da bereits geringe Beeinträchtigungen der Feinmotorik die Berufsausübung erheblich einschränken können.
- Höhere Progressionsstufen (z. B. 350 Prozent) erhöhen die Leistung bei schweren Unfallfolgen überproportional.
Unfallversicherung speziell für Augenärzte
Augenärzte zählen zu den Fachrichtungen, bei denen die Arbeitsfähigkeit in besonderem Maß von körperlicher Unversehrtheit abhängt. Bereits eine mäßige Beeinträchtigung der Fingermotorik oder des Binokularsehens kann dazu führen, dass chirurgische Eingriffe wie Kataraktoperationen nicht mehr sicher durchführbar sind. Die gesetzliche Unfallversicherung der Berufsgenossenschaft deckt ausschließlich Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten ab; private Unfälle im Freizeitbereich sind nicht versichert.
Eine private Unfallversicherung mit Invaliditätsgrundsumme von mindestens 500.000 Euro ist für Augenärzte als Mindeststandard zu empfehlen. Mit einer Progressionsklausel von 350 Prozent steigt die Leistung bei einer Invalidität ab 50 Prozent auf das 3,5-fache der Grundsumme, also auf bis zu 1,75 Millionen Euro. Dieser Schutz ist vor allem dann relevant, wenn neben dem Arztberuf keine weiteren Einkommensquellen vorhanden sind und eine Umschulung auf eine andere ärztliche Tätigkeit nur eingeschränkt möglich wäre.
Worauf Augenärzte besonders achten sollten
Augenärzte sollten auf eine sogenannte Gliedertaxe achten, die Hände und Augen besonders hoch bewertet. Standardtarife setzen den Verlust einer Hand mit 55 bis 65 Prozent Invalidität an; für Augenärzte kann es sinnvoll sein, Tarife mit erhöhten Werten für Finger und Hände zu wählen. Ärzteversichert empfiehlt, die Unfallversicherung regelmäßig auf Aktualität zu prüfen, insbesondere wenn sich das Einkommen oder die berufliche Tätigkeit ändert, etwa durch den Aufbau einer eigenen Praxis oder durch den Einstieg in die Chirurgie.
Typische Fehler bei Augenärzten
Viele Augenärzte unterschätzen das private Unfallrisiko und verlassen sich ausschließlich auf den gesetzlichen Schutz durch die Berufsgenossenschaft. Ein weiterer Fehler ist die Wahl einer zu niedrigen Grundsumme, die im Ernstfall nicht ausreicht, um Einkommensverluste und notwendige Umbauten der Praxis oder des Wohnumfelds zu finanzieren. Auch das Fehlen einer Assistance-Leistung für Rehabilitation und berufliche Wiedereingliederung ist ein häufig übersehener Aspekt.
Fazit
Eine maßgeschneiderte Unfallversicherung ist für Augenärzte eine unverzichtbare Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung und sichert die wirtschaftliche Existenz auch bei schweren Unfallfolgen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Unfallversicherung im Überblick
- Bundesärztekammer – Versorgungswerk und Absicherung
- BMAS – Gesetzliche Unfallversicherung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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