Kinderärzte sind in ihrer Praxis vielfältigen Belastungen ausgesetzt: häufige körperliche Kontakte mit kleinen Patienten, mögliche Infektionsrisiken und die physische Beanspruchung durch Untersuchungen unkooperativer Kleinkinder. Eine private Unfallversicherung schützt vor den finanziellen Folgen eines Unfalls in der Freizeit und ergänzt die gesetzliche Berufsunfallversicherung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kinderärzte sind durch häufige körperliche Interaktionen mit kleinen Patienten einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt; private Freizeitunfälle sind aber der wichtigste Absicherungsbereich
  • Eine Invaliditätssumme von mindestens 400.000 EUR mit Progressionsfaktor von 350% ist für Kinderärzte mit Familie und Praxiskredit empfehlenswert
  • Kinderärzte, die sportlich aktiv sind, müssen alle ausgeübten Sportarten vollständig im Antrag angeben

Unfallversicherung speziell für Kinderärzte

Kinderärzte arbeiten täglich mit kleinen, manchmal unberechenbaren Patienten. Kratzwunden, Bisse und unbeabsichtigte Stöße durch aufgeregte Kleinkinder sind im pädiatrischen Praxisalltag normal. Diese beruflichen Verletzungen werden typischerweise durch die gesetzliche Berufsgenossenschaft abgedeckt. Für die Freizeit, also Sport, Reisen und häusliche Unfälle, ist die private Unfallversicherung zuständig.

Kinderärzte als Praxisinhaber oder Angestellte mit einem Jahreseinkommen von 80.000 bis 130.000 EUR sollten eine Invaliditätssumme von 300.000 bis 500.000 EUR wählen. Ein Progressionsfaktor von 350 bis 500% sorgt dafür, dass bei höhergradiger Invalidität, zum Beispiel 100%, die ausgezahlte Summe das Drei- bis Fünffache der Grundsumme erreicht, also 900.000 bis 2,5 Millionen EUR. Das schafft ausreichend finanzielle Sicherheit für den Umbau des Lebens bei schwerer Behinderung.

Worauf Kinderärzte besonders achten sollten

Kinderärzte sollten beim Abschluss einer Unfallversicherung prüfen, ob eine Mitversicherung von Infektionskrankheiten möglich ist. Bei Stich- und Bissverletzungen durch Patienten besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko; einige Unfallversicherungstarife schließen Erkrankungen als Unfallfolge aus oder schränken sie ein. Ärzteversichert empfiehlt außerdem die Wahl einer ärztlichen Gliedertaxe, die Verletzungen an Händen und Fingern, die für die Pädiatrie besonders relevant sind, mit erhöhten Prozentsätzen bewertet.

Typische Fehler bei Kinderärzten

Ein häufiger Fehler ist die Unterschätzung des Versicherungsbedarfs. Kinderärzte mit Praxiskredit, Familie und laufenden Lebenshaltungskosten brauchen im Invaliditätsfall ausreichend Kapital, um alle diese Verpflichtungen zu erfüllen. Eine zu niedrige Versicherungssumme führt im Ernstfall zu erheblichen Versorgungslücken. Ein weiterer Fehler ist die fehlende Aktualisierung nach der Praxisgründung: Wer als Assistenzarzt eine Unfallversicherung mit 200.000 EUR Deckung hatte und sich jetzt niedergelassen hat, sollte die Summe dringend erhöhen.

Fazit

Eine private Unfallversicherung mit angemessener Deckungssumme und ärztlicher Gliedertaxe ist für Kinderärzte ein wichtiger Absicherungsbaustein für Fälle, die die gesetzliche Unfallversicherung nicht abdeckt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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