Internisten stehen beim Vermögensaufbau vor einer ambivalenten Ausgangslage: Auf der einen Seite erzielen sie als niedergelassene Fachärzte überdurchschnittliche Einkommen; auf der anderen Seite binden Praxiskredite für apparative Ausstattung erhebliches Kapital und schränken den freien Cashflow ein, der für externe Investitionen zur Verfügung steht.
Das Wichtigste in Kürze
- Niedergelassene Internisten investieren typischerweise 100.000 bis 400.000 Euro in Praxisausstattung (Ultraschall, Endoskopie, Monitoring), was erhebliche Kredite und damit gebundenes Kapital bedeutet.
- Nach Ablösung des Praxiskredits (in der Regel nach sieben bis zwölf Jahren) steht der Cashflow für externe Investitionen bereit; ein klarer Vermögensaufbauplan für diese Phase sollte frühzeitig erstellt werden.
- Immobilien als Kapitalanlage, ETF-Portfolios und die Maximierung von Versorgungswerks-Beiträgen bilden das Dreieck eines stabilen Vermögensaufbaus für Internisten.
Vermögensaufbau speziell für Internisten
Internisten, die eine Schwerpunktpraxis (Kardiologie, Gastroenterologie, Diabetologie) führen, haben häufig einen erheblichen Investitionskredit zu bedienen. In den ersten fünf bis zehn Jahren der Niederlassung ist der freie Cashflow deshalb begrenzt. Dennoch sollte der Vermögensaufbau nicht auf diese Phase verschoben werden, da der Zinseszinseffekt früher Investitionen langfristig enorm ist. Selbst eine monatliche Sparrate von 500 Euro in einem ETF-Weltportfolio ab Alter 32 ergibt bei 6 Prozent Rendite bis Alter 65 einen Betrag von ca. 575.000 Euro.
Internisten haben gegenüber anderen Fachärzten die Option, die Praxis selbst als Vermögenswert zu betrachten: Eine gut positionierte internistische Schwerpunktpraxis hat einen Verkehrswert von 200.000 bis 600.000 Euro; dieser Wert sollte in der Vermögensbilanz berücksichtigt werden. Gleichzeitig sollte nicht ausschließlich auf den Praxiswert gesetzt werden: Im Fall von Berufsunfähigkeit oder frühem Todesfall kann der Praxiswert rasch schwinden, wenn kein Nachfolger gefunden wird.
Worauf Internisten besonders achten sollten
Eine kluge Vermögensstrategie für Internisten kombiniert gebundene und liquide Anlagen. Gebundene Altersvorsorge (Versorgungswerk, Rürup-Rente) bietet Steuervorteile, ist aber nicht flexibel; liquide Anlagen (ETF, Tagesgeld, Wertpapierdepot) ermöglichen schnellen Zugriff im Bedarf. Ärzteversichert empfiehlt, die Liquiditätsreserve (sechs bis zwölf Monatsumsätze) nicht im Tagesgeldkonto zu lassen, sondern in kurzfristigen Anlagen mit besserer Rendite zu investieren. Eine jährliche Überprüfung der Vermögensstrategie mit einem Finanzberater ist sinnvoll.
Typische Fehler bei Internisten
Ein häufiger Fehler ist die Überallokation in die eigene Praxis. Wer 80 Prozent seines Nettovermögens in der Praxis gebunden hat, ist bei Berufsunfähigkeit oder im Alter von steigendem Praxiswert abhängig. Eine breite Diversifikation über Assetklassen hinweg schützt vor Klumpenrisiken. Ein weiterer Fehler ist das Zuwarten mit dem Vermögensaufbau bis zur Kreditablösung: Wer zehn Jahre wartet, verliert durch den fehlenden Zinseszinseffekt erhebliche Renditepotenziale.
Fazit
Internisten profitieren am meisten von einem früh begonnenen, diversifizierten Vermögensaufbau, der Praxiswert, Versorgungswerk und externe Investitionen koordiniert. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen
- BaFin – Kapitalanlage
- Bundesministerium der Finanzen
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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