Orthopäden gehören zu den einkommensstärksten Fachrichtungen in der niedergelassenen Ärzteschaft. Mit Praxisüberschüssen von oft 180.000 bis 350.000 EUR jährlich bietet sich ein erhebliches Potenzial für systematischen Vermögensaufbau, das jedoch durch die hohen Praxisinvestitionen und -kredite in der Gründungsphase zunächst begrenzt wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Orthopäden mit vollfinanzierter Praxis und abgetragenem Darlehen haben die größten freien Mittel für Vermögensaufbau im Alter von 45 bis 55 Jahren
  • Der Praxiswert ist ein erheblicher Vermögensbaustein; er sollte aber durch liquide Anlagen ergänzt werden, da Praxen illiquid sind
  • Eine Kombination aus Versorgungswerk, Rürup-Rente in Spitzenjahren und ETF-Depot ist für Orthopäden besonders empfehlenswert

Vermögensaufbau speziell für Orthopäden

Orthopädische Praxen binden erhebliche Ressourcen in der Aufbauphase: Gerätekredite von 150.000 bis 300.000 EUR, Mietkosten für großzügige Räume und Personalkosten für ein mehrköpfiges Team reduzieren den frei verfügbaren Praxisüberschuss in den ersten zehn Jahren deutlich. Erst wenn Kredite weitgehend getilgt und stabile Patientenstämme aufgebaut sind, entfaltet sich das volle Einkommenspotenzial.

Orthopäden in der Reifephase ihrer Praxis, typischerweise ab 45 Jahren, sollten gezielt mit dem Aufbau außerbetrieblichen Vermögens beginnen. Ein monatlicher Sparplan von 2.500 bis 4.000 EUR in einen weltweit diversifizierten ETF erzeugt bei 6% Rendite über 20 Jahre ein Kapital von 1,1 bis 1,85 Millionen EUR. Ergänzt durch den Praxiserlös bei Übergabe und die Versorgungswerksrente entsteht ein Gesamtvermögen, das einen komfortablen Ruhestand ermöglicht.

Worauf Orthopäden besonders achten sollten

Orthopäden sollten die hohen operativen Einkommen in Spitzenjahren konsequent für Altersvorsorge nutzen und nicht vollständig in Konsum oder Immobilien investieren. Ärzteversichert empfiehlt die Dynamisierung bestehender Altersvorsorge-Verträge bei Einkommenssteigerungen sowie die jährliche Überprüfung der BU-Versicherung auf ausreichende Absicherung. Orthopäden mit operativer Tätigkeit sind wegen des Handfunktionsrisikos besonders auf eine präzise BU-Absicherung angewiesen.

Typische Fehler bei Orthopäden

Ein häufiger Fehler ist die einseitige Vermögenskonzentration in der Praxis. Orthopäden, die ihren Praxiswert als alleinige Altersvorsorge betrachten, sind im Fall einer plötzlichen Praxisunfähigkeit oder eines ungünstigen Marktumfelds bei der Übergabe erheblich gefährdet. Liquide Anlagen parallel zur Praxis sind unverzichtbar. Ein weiterer Fehler ist die fehlende Steuerplanung für Spitzenjahre: Orthopäden mit Privatliquidationsanteilen und hohem Praxisüberschuss können durch Rürup-Beiträge und Investitionsabzugsbeträge erhebliche Steuerersparnisse erzielen, die ungenutzt verpuffen.

Fazit

Orthopäden haben durch ihr hohes Einkommenspotenzial hervorragende Voraussetzungen für umfangreichen Vermögensaufbau, der jedoch eine aktive und strukturierte Planung erfordert. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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