Internisten behandeln ein breites Spektrum komplexer Erkrankungen und sehen häufig Patienten mit mehreren Grunderkrankungen gleichzeitig. Wartezeiten entstehen dabei vor allem durch zeitintensive Konsultationen und eine hohe Überweisungsquote aus Hausarztpraxen.
Das Wichtigste in Kürze
- Fachärztliche Internisten haben laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung durchschnittliche Wartezeiten von 30 bis 60 Minuten.
- Strukturierte Terminblöcke nach Leistungsart, etwa Erst- und Folgebesuche getrennt, helfen beim Zeitmanagement erheblich.
- Digitale Vorbefunderfassung reduziert die tatsächliche Konsultationszeit messbar.
Wartezeiten-Management speziell für Internisten
Internistische Praxen unterscheiden sich von Hausarztpraxen durch ihre Komplexität: Patienten kommen häufig mit umfangreichen Vorbefunden, mehreren Diagnosen und einem hohen Beratungsbedarf. Das macht kurze Taktzeiten schwierig. Eine bewährte Strategie ist die Einführung von Termintypen: Erstkonsultationen erhalten 20 bis 30 Minuten, Folgekonsultationen für stabile Patienten 10 bis 15 Minuten und Laborbesprechungen 5 Minuten. Diese Differenzierung ermöglicht eine realistischere Planung.
Digitale Voranmeldungsformulare, die Patienten vor dem Termin ausfüllen, sparen wertvolle Konsultationszeit: Statt Anamnese mündlich zu erheben, wird nur noch ergänzt und geprüft. Bei niedergelassenen Internisten mit einem Quartalsumsatz von 80.000 bis 150.000 Euro können 10 Prozent mehr Effizienz im Zeitmanagement mehrere zehntausend Euro jährlich ausmachen.
Worauf Internisten besonders achten sollten
Internisten mit großem Überweisungsanteil sollten mit den überweisenden Hausärzten klare Kommunikationsregeln für dringende Fälle vereinbaren, um die Terminsteuerung zu verbessern. Notfalldringlichkeiten, die außer der Reihe behandelt werden müssen, lassen sich so besser koordinieren. Ärzteversichert empfiehlt, bei steigendem Praxisvolumen auch die Betriebsunterbrechungsversicherung zu überprüfen, da Praxisausfälle bei hohem Patientenandrang zu erheblichen Einnahmeausfällen führen können.
Typische Fehler bei Internisten
Ein klassischer Fehler ist das Einplanen der gleichen Zeitslots für alle Patientengruppen ohne Differenzierung. Wer Erst- und Folgepatienten gleich lang einplant, verschwendet bei Folgepatienten Zeit oder gerät bei Erstpatienten regelmäßig in Verzug. Auch das Vernachlässigen des Online-Terminmanagements führt bei Internisten mit hohem Patientenvolumen zu unnötigem Telefonaufwand für das Praxisteam.
Fazit
Strukturiertes Wartezeiten-Management mit differenzierten Termintypen und digitaler Voranmeldung ist für Internisten der Schlüssel zu einer effizienteren und patientenfreundlicheren Praxis. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Terminmanagement in der Facharztpraxis
- Bundesärztekammer – Qualitätsmanagement Praxis
- GKV-Spitzenverband – Wartezeiten Fachärzte
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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