Orthopädische Praxen sind bekannt für lange Wartezeiten: Kassenpatienten warten teils wochenlang auf einen Termin, und im Wartezimmer sind Wartezeiten von 45 bis 90 Minuten keine Seltenheit. Dabei lassen sich mit den richtigen Organisationskonzepten Wartezeiten erheblich reduzieren, ohne das Behandlungsvolumen zu senken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Klare Terminstruktur mit getrennten Zeitblöcken für Ersterstellungen, Kontrolltermine und Injektionen reduziert Wartezeiten messbar.
  • Online-Terminbuchung mit Beschwerdeauswahl ermöglicht bessere Vorbereitung und kürzere Anamnese-Zeiten vor Ort.
  • Delegierbare Leistungen wie Röntgenaufnahmen und Verbände können vorab von qualifizierten MFA vorbereitet werden, was Arztzeit spart.

Wartezeiten-Management speziell für Orthopäden

Orthopädische Praxen haben ein besonders breites Leistungsspektrum: Erstvorstellungen mit umfassender Anamnese und körperlicher Untersuchung dauern 20 bis 30 Minuten, einfache Kontrolltermine nach einer Injektionsbehandlung 5 bis 10 Minuten, manuelle Untersuchungen der Wirbelsäule 15 bis 20 Minuten. Wenn alle diese Termintypen im selben Zeitslot geplant werden, entstehen unvermeidlich Rückstaus.

Die Lösung liegt in der konsequenten Differenzierung des Terminbuchs: Montag- und Dienstagvormittag für Erstvorstellungen (jeweils 20 Minuten), Mittwochnachmittag ausschließlich für Injektionen (je 10 Minuten), Freitagvormittag für Nachkontrollen und Verlaufsbesprechungen (je 10 Minuten). Eine solche Strukturierung macht den Tag planbarer und reduziert die Streuvarianz in den Behandlungszeiten erheblich. Praxen, die diese Differenzierung eingeführt haben, berichten von einer Reduktion der durchschnittlichen Wartezeit von 55 auf unter 20 Minuten.

Worauf Orthopäden besonders achten sollten

Orthopäden sollten beim Terminmanagement auch die Delegierbarkeit von Leistungen voll ausschöpfen. Röntgenaufnahmen können von qualifizierten MFA mit Röntgenschein selbstständig durchgeführt werden; Verbandswechsel und TENS-Anwendungen ebenfalls. Ärzteversichert empfiehlt, für die Praxisorganisation eine halbjährliche Auswertung der tatsächlichen Behandlungszeiten einzuführen, um Engpassleistungen frühzeitig zu identifizieren und das Terminbuch anzupassen.

Typische Fehler bei Orthopäden

Ein häufiger Fehler ist das gleichzeitige Einbestellen mehrerer Patienten auf denselben Zeitslot als "Puffer" gegen No-Shows. Diese Praxis löst Warteschlangen aus und ist für Patienten frustrierend. Besser ist ein aktives Wartelistenmanagement, bei dem Kurzfristig-Absagen sofort durch Wartende aufgefüllt werden.

Fazit

Klare Terminstruktur, Differenzierung der Termintypen und konsequente Delegation entscheiden darüber, ob eine orthopädische Praxis das Wartezimmer oder den Terminkalender beherrscht. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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