Die Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin gehört zu den anspruchsvollsten Ausbildungspfaden in der deutschen Medizin. Breites Wissen über Entwicklungsmedizin, Pädiatrie, Neonatologie und Adoleszenzmedizin ist erforderlich, bevor die Facharztprüfung abgelegt werden kann. Wer die Anforderungen kennt, kann seine Weiterbildungszeit gezielt planen und optimal nutzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Weiterbildungszeit zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin beträgt mindestens 60 Monate
  • Pflichtrotationen umfassen unter anderem Neonatologie, allgemeine Pädiatrie und Kindernotaufnahme
  • Zahlreiche pädiatrische Subspezialisierungen (Neuropädiatrie, Kinderkardiologie, Kinderpneumologie) erfordern zusätzliche Schwerpunkt-Weiterbildungen

Weiterbildungsordnung speziell für Kinderärzte

Grundlage der Weiterbildung ist die (Muster-)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer, die von den Landesärztekammern in eigene WBO umgesetzt wird. Die Mindestweiterbildungszeit für Kinder- und Jugendmedizin beträgt 60 Monate, davon mindestens 12 Monate in der stationären Kindernotaufnahme oder Intensivmedizin sowie 6 Monate in der Neonatologie. Die Weiterbildung muss an einer anerkannten Weiterbildungsstätte absolviert werden, und die Weiterbildungsbefugnis des Ausbilders muss ausdrücklich für das jeweilige Gebiet erteilt sein.

Für pädiatrische Subspezialisierungen wie Neuropädiatrie oder Kinderkardiologie sind zusätzliche 24-monatige Schwerpunktweiterbildungen vorgesehen. Viele Kinderärzte entscheiden sich bewusst für eine breite allgemein-pädiatrische Ausbildung in Kombination mit einem Schwerpunkt, da dieser in der ambulanten Versorgung erhebliche Vorteile bei der Abrechnung von Zusatzleistungen bietet. Die Weiterzubildenden sollten zudem die Logbücher sorgfältig führen, da die Dokumentation der Richtzahlen (z. B. 200 Neugeborenenuntersuchungen, 50 Anleitungen zur Reanimation) für die Zulassung zur Facharztprüfung erforderlich ist.

Worauf Kinderärzte besonders achten sollten

Kinderärzte in der Weiterbildung sollten frühzeitig prüfen, ob ihr Ausbildungsplatz alle Pflichtinhalte abdeckt, oder ob gezielte Rotationen an anderen Kliniken vereinbart werden müssen. Ärzteversichert empfiehlt, parallel zur Weiterbildung die eigene Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, da das Einstiegsalter und der Gesundheitszustand während der Weiterbildungszeit entscheidend für die Beitragshöhe sind. Wer die Absicherung aufschiebt, zahlt später deutlich mehr oder erhält Risikoausschlüsse.

Typische Fehler bei Kinderärzten

Ein typischer Fehler ist das unvollständige Führen des Weiterbildungslogbuches, was die Zulassung zur Facharztprüfung verzögern kann. Häufig werden auch Rotationen in seltenere Bereiche (z. B. Kinderrheumatologie) zu spät geplant, sodass geeignete Stellen nicht mehr verfügbar sind. Darüber hinaus vernachlässigen viele Weiterzubildende die Prüfungsvorbereitung, da der Klinikalltag kaum Zeit lässt.

Fazit

Die Weiterbildung zur Kinder- und Jugendmedizin erfordert strategische Planung, vollständige Dokumentation und frühzeitige Absicherung in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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