Der häufigste Fehler beim Einsatz von KI-Diagnostik in der Arztpraxis ist die ungeprüfte Übernahme algorithmischer Empfehlungen ohne eigene ärztliche Befundung, was im Schadensfall die volle Haftung beim behandelnden Arzt belässt. Viele Ärzte setzen zudem KI-Systeme ein, die nicht als Medizinprodukt zertifiziert sind und daher keine CE-Kennzeichnung nach der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) tragen. Auch die Dokumentation KI-gestützter Befunde in der Patientenakte ist häufig unvollständig.
Hintergrund
KI-basierte Diagnosesysteme gelten rechtlich als Medizinprodukte und müssen entsprechend zertifiziert sein. Der Arzt bleibt stets letztverantwortlich für die Diagnose – KI ist ein Hilfsmittel, kein Ersatz für ärztliches Urteil. Typische Fehler: keine Aufklärung des Patienten über den KI-Einsatz, fehlende Validierung der Algorithmen für die eigene Patientenpopulation und Nichtbeachtung von Datenschutzanforderungen bei cloudbasierten KI-Lösungen.
Wann gilt das nicht?
KI-Systeme, die ausschließlich administrative Aufgaben übernehmen (z. B. Terminplanung), gelten nicht als Medizinprodukte. Forschungsprojekte mit KI unterliegen gesonderten Regularien.
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