Der häufigste Fehler bei der Liquiditätsplanung in der Arztpraxis ist die Verwechslung von Gewinn und Liquidität – viele Ärzte entnehmen den gesamten Praxisgewinn, ohne Rücklagen für Steuervorauszahlungen, Investitionen und saisonale Schwankungen zu bilden. Besonders die quartalsweise nachträgliche KV-Honorarabrechnung erzeugt Liquiditätslücken, wenn die monatlichen Abschlagszahlungen den tatsächlichen Bedarf nicht decken. Auch unvorhergesehene Reparaturen oder Geräteausfälle werden nicht einkalkuliert.

Hintergrund

Eine solide Liquiditätsplanung berücksichtigt monatliche Fixkosten (Miete, Personal, Leasing), variable Kosten (Material, Labor), Steuervorauszahlungen und Privatentnahmen. Typische Fehler: keine separate Rücklage für Einkommensteuer-Nachzahlungen, fehlende Berücksichtigung der Umsatzsteuer bei Privatleistungen und unzureichende Kontokorrentlinie als Puffer für Liquiditätsengpässe. Mindestens drei Netto-Monatsausgaben sollten als Liquiditätsreserve vorgehalten werden.

Wann gilt das nicht?

Angestellte Ärzte mit Festgehalt haben eine planbare Einkommenssituation ohne Liquiditätsrisiko. Praxen mit hohem Privatpatientenanteil und sofortiger Rechnungsstellung haben stabilere Zahlungsströme.

Ärzteversichert unterstützt niedergelassene Ärzte bei der Finanzplanung und empfiehlt passende Absicherungskonzepte für Liquiditätsengpässe.

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