Der häufigste Fehler bei der Patientenkommunikation in der Arztpraxis ist die Verwendung von Fachsprache ohne verständliche Erklärung, was zu Missverständnissen, Non-Compliance und im schlimmsten Fall zu Aufklärungsmängeln führt, die haftungsrechtliche Konsequenzen haben. Viele Praxen haben zudem kein strukturiertes Beschwerdemanagement und reagieren auf negative Rückmeldungen defensiv statt lösungsorientiert. Auch die telefonische Erreichbarkeit wird häufig als Schwachstelle von Patienten benannt.

Hintergrund

Eine gute Patientenkommunikation senkt das Haftungsrisiko nachweislich – Studien zeigen, dass Ärzte mit empathischer Kommunikation seltener verklagt werden. Typische Fehler: keine Rückfrage zum Verständnis nach der Aufklärung, fehlende schriftliche Informationsmaterialien bei komplexen Behandlungen und keine zeitnahe Mitteilung von Befundergebnissen. Auch die Kommunikation per E-Mail oder Messenger ohne Datenschutzkonformität ist ein häufiger Fehler.

Wann gilt das nicht?

In Notfallsituationen ist eine ausführliche Kommunikation nicht immer möglich – die Dokumentation sollte aber nachgeholt werden. Bei bewusstlosen oder nicht einwilligungsfähigen Patienten gelten gesonderte Kommunikationsregeln.

Ärzteversichert empfiehlt Praxen die Implementierung strukturierter Kommunikationsprozesse als Teil des Risikomanagements und der Haftungsprävention.

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