Der häufigste Fehler bei der Praxissoftware-Auswahl ist die Entscheidung ohne strukturierten Anforderungskatalog und ohne Testphase im Praxisalltag. Viele Ärzte verlassen sich auf Empfehlungen von Kollegen, ohne zu prüfen, ob das Praxisverwaltungssystem (PVS) zu ihrem eigenen Abrechnungsprofil, Fachgebiet und Workflow passt. Ein Wechsel der Praxissoftware verursacht typischerweise Kosten von 10.000 bis 30.000 Euro inklusive Datenmigration und Schulung.
Hintergrund
Bei der PVS-Auswahl treten regelmäßig folgende Fehler auf:
- Keine Prüfung der TI-Kompatibilität: Die Anbindung an die Telematikinfrastruktur ist Pflicht – nicht jede Software unterstützt alle Anwendungen wie ePA oder eRezept vollständig.
- Datenmigration unterschätzt: Die Übernahme von Altdaten ist fehleranfällig und sollte vom Anbieter vertraglich zugesichert werden.
- Langfristige Vertragsbindung ohne Ausstiegsklausel: Manche Anbieter binden Ärzte über fünf Jahre oder länger.
- Schnittstellen ignoriert: Laborsoftware, Bildgebung und Online-Terminbuchung müssen nahtlos integrierbar sein.
Wann gilt das nicht?
Ärzte, die eine Praxis neu gründen, haben den Vorteil, ohne Datenmigration starten zu können. In Gemeinschaftspraxen ist die PVS-Wahl häufig durch den bestehenden Standard vorgegeben.
Ärzteversichert unterstützt Ärzte bei der Bewertung von Cyber- und IT-Risiken, die mit der Praxissoftware-Infrastruktur einhergehen.
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