Der häufigste Fehler bei der Reinraumtechnik in der Arztpraxis ist die fehlende regelmäßige Wartung und Validierung der raumlufttechnischen Anlagen (RLT-Anlagen), wodurch die Hygieneanforderungen nach KRINKO-Empfehlungen nicht dauerhaft eingehalten werden. Besonders in ambulanten OP-Bereichen werden Filterwechsel und Keimzahlmessungen häufig versäumt. Hygienemängel können zu Wundinfektionen, Haftungsansprüchen und Praxisschließungen führen.

Hintergrund

Reinraumtechnik ist in Praxen mit ambulanten Operationen, Aufbereitungsräumen oder sterilen Arbeitsbereichen relevant. Typische Fehler:

  • Raumklasse falsch gewählt: Ambulante OPs erfordern mindestens Raumklasse 1b nach DIN 1946-4 – viele Praxen erfüllen nur Klasse 2.
  • Keine Validierung nach Inbetriebnahme: Die mikrobiologische Erstvalidierung wird vergessen, obwohl sie für den Nachweis der Hygienekompetenz erforderlich ist.
  • Druckkaskade nicht eingehalten: Der OP-Bereich muss gegenüber angrenzenden Räumen einen Überdruck aufweisen, um das Eindringen ungefilterter Luft zu verhindern.
  • Dokumentation lückenhaft: Hygienepläne und Wartungsprotokolle müssen bei Begehungen durch das Gesundheitsamt vorliegen.

Wann gilt das nicht?

Praxen ohne invasive Eingriffe oder sterile Aufbereitung benötigen keine spezielle Reinraumtechnik. Auch bei reiner Sprechstundentätigkeit entfallen diese Anforderungen.

Ärzteversichert berät Ärzte zur Absicherung gegen Haftungsrisiken aus Hygienemängeln und prüft, ob die Betriebshaftpflicht Reinraumrisiken ausreichend abdeckt.

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