Strukturiertes Forderungsmanagement lohnt sich für jede Arztpraxis, die Leistungen direkt an Patienten (IGEL, GOÄ, Selbstzahler) in Rechnung stellt, da Forderungsausfälle bei fehlenden Mahnprozessen regelmäßig drei bis fünf Prozent des Rechnungsbetrags betragen.

Hintergrund

Zu einem wirksamen Praxisforderungsmanagement gehören: Rechtzeitige Rechnungsstellung unmittelbar nach der Leistung, klar definierte Zahlungsziele (typisch: 30 Tage), ein automatisierter Mahnprozess mit zwei Zahlungserinnerungen vor dem Mahnschreiben, Übergabe uneinbringlicher Forderungen an ein Inkassobüro nach 90 Tagen und Vorauszahlung oder Vorausinformation für kostspielige Privatleistungen. Praxisverwaltungssoftware unterstützt automatische Mahnstufen. Forderungsausfälle mindern den steuerpflichtigen Gewinn, sind aber wirtschaftlich unerwünscht.

Wann gilt das nicht?

Reine Kassenpraxen ohne Privatpatienten und ohne IGEL-Leistungen haben kaum offene Forderungen gegenüber Patienten, da die Kasseneinnahmen über die KV abgewickelt werden. Für sie ist professionelles Forderungsmanagement nicht relevant.

Ärzteversichert empfiehlt, die Mahnprozesse in der Praxisverwaltungssoftware einzurichten und regelmäßig offene Posten zu analysieren, da kleine Praxen mit wenigen hundert Euro offenen Forderungen beginnen, die sich summieren können.

Forderungsmanagement lohnt sich für alle Praxen mit Privatpatienten oder IGEL-Leistungen. Automatisierte Mahnstufen, klare Zahlungsziele und Inkassoübergabe nach 90 Tagen reduzieren Ausfälle von drei bis fünf Prozent auf unter ein Prozent.

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