Praxisinsolvenzen sind 2026 durch neue KV-Frühwarnsysteme, die Honorarrückgänge und Abrechnungsanomalien frühzeitig melden, besser zu erkennen. Gleichzeitig haben gestiegene Personalkosten durch Tariferhöhungen und hohe Energiekosten das Insolvenzrisiko für wirtschaftlich schwache Praxen erhöht, insbesondere in strukturschwachen Regionen mit wenig Privatpatienten.
Hintergrund
Insolvenz einer Arztpraxis ist kein theoretisches Szenario: Laut KBV mussten 2024 rund 1.200 Arztpraxen aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Häufige Ursachen: sinkende KV-Honorare, steigende Personalkosten, unzureichende Betriebsplanung. Wer drei Monate vor der Zahlungsunfähigkeit handelt, hat nach §15a InsO die Möglichkeit zur außergerichtlichen Sanierung.
Wann gilt das nicht?
Gut geführte Praxen mit diversifiziertem Leistungsangebot, ausreichend Privatpatienten und solider Buchhaltung sind nahezu insolvenzgeschützt. Regelmäßiges Controlling ist der wichtigste Schutzfaktor.
Ärzteversichert empfiehlt Ärzten neben dem operativen Controlling auch eine ausreichende Betriebsunterbrechungsversicherung und Liquiditätsreserve als Schutz vor existenzbedrohenden Situationen.
Praxisinsolvenzen sind 2026 durch bessere Frühwarnsysteme erkennbarer, aber das Insolvenzrisiko durch Kostensteigerungen bleibt hoch. Regelmäßiges Controlling ist der wichtigste Schutzfaktor.
Quellen: InsO §15a; KBV, Praxisschließungsstatistik 2024; Bundesärztekammer, Wirtschaftlichkeitsbericht 2025.
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