Ärzte nach einer Praxisübernahme berichten von zwei zentralen Überraschungen: Erstens ist der Patientenschwund in den ersten sechs Monaten oft höher als erwartet, weil Patienten dem alten Arzt treu bleiben. Zweitens werden verborgene Mängel bei Medizingeräten oder veralteter Software erst nach der Übernahme sichtbar. Eine gründliche Due Diligence hätte beides minimiert.

Hintergrund

Die wichtigsten Prüfpunkte vor der Übernahme: Alle Medizingeräte auf Wartungsstand und Zertifizierungsgültigkeit prüfen, Software auf TI-Kompatibilität testen, bestehende Mitarbeiterverträge und Mietverträge vollständig analysieren, und eine Mentoring-Phase mit dem abgebenden Arzt vereinbaren. Die Mentoring-Phase verhindert den Patientenschwund erheblich.

Wann gilt das nicht?

Wer eine Praxis in einer Wachstumsregion übernimmt, bei der mehr Patienten nachfragen als Kapazitäten vorhanden sind, hat weniger Sorgen um den Patientenstamm.

Ärzteversichert empfiehlt übernehmenden Ärzten eine vollständige Versicherungsanalyse vor der Übernahme, um alle Lücken und Überschneidungen zwischen dem bestehenden und dem neuen Versicherungsschutz zu identifizieren.

Bei Praxisübernahmen sind Patientenschwund und verborgene Gerätemängel die häufigsten Überraschungen. Eine gründliche Due Diligence und eine Mentoring-Phase mit dem Vorgänger sind entscheidend.

Quellen: Bundesärztekammer, Übernahmeleitfaden 2025; Deutsche Apothekerbank, Due-Diligence-Standard 2026; KBV, Praxisübernahmestatistik 2024.

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