Eine Betriebsprüfung in der Arztpraxis ist primär ein erheblicher Zeit- und Stressaufwand (Nachteil), bietet aber auch die Möglichkeit, vergangene Buchführungsfehler gegenüber dem Finanzamt zu klären, zukünftige Rechtssicherheit herzustellen und die interne Dokumentationspraxis dauerhaft zu verbessern. Gut vorbereitete Praxen kommen oft ohne Nachzahlungen durch.
Hintergrund
Nachteile: Eine Betriebsprüfung in einer Arztpraxis dauert 3 bis 12 Monate, bindet erhebliche Kapazitäten des Praxisinhaber und des Steuerberaters und kann bei Unregelmäßigkeiten zu Hinzuschätzungen und Nachzahlungen (plus 6 Prozent Nachzahlungszinsen) führen. Vorteile: Nach einer erfolgreichen Prüfung gilt die geprüfte Periode als steuerrechtlich abgeschlossen (Vertrauensschutz). Praxen, die gut dokumentieren, profitieren davon. Eine Prüfung kann auch falsche steuerliche Einordnungen zugunsten des Arztes korrigieren.
Wann gilt das nicht?
Arztpraxen ohne nennenswerte steuerliche Komplexität (kein Barzahlungsverkehr, kein Dienstwagen, keine gemischt genutzten Räume) haben ein sehr geringes Prüfungsrisiko und kaum Nachzahlungsrisiko.
Ärzteversichert empfiehlt eine Steuerrechtsschutzversicherung für die Betriebsprüfungsphase, die Prämien sind als Betriebsausgaben steuerlich vollständig absetzbar.
Eine Betriebsprüfung ist für Arztpraxen primär ein Nachteils-Ereignis (Zeitaufwand, Nachzahlungsrisiko), bietet bei guter Vorbereitung aber auch Rechtssicherheit für die Zukunft, gut dokumentierte Praxen kommen meist ohne Nachzahlungen durch.
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