Überstunden bieten angestellten Ärzten zusätzliche Vergütung und zeigen Einsatzbereitschaft, erhöhen aber das Burnout-Risiko und können ohne korrekten Ausgleich rechtlich problematisch für den Arbeitgeber werden.

Hintergrund

Vorteil: Durch Bereitschaftsdienste und geplante Mehrarbeit können Ärzte ihr Jahresgehalt um 10.000–30.000 Euro steigern. Nachteil: Studien zeigen, dass Ärzte mit mehr als 55 Wochenstunden signifikant höhere Fehlerquoten und niedrigere Patientenzufriedenheitswerte aufweisen. Das ArbZG schützt deshalb formal vor dauerhafter Überlastung, wird in der Praxis aber nicht immer konsequent umgesetzt.

Wann gilt das nicht?

Für Praxisinhaber entfällt die Trennung zwischen regulärer Arbeitszeit und Überstunden; sie sind selbst verantwortlich für Work-Life-Balance und Arbeitszeitsteuerung. In strukturschwachen Regionen mit Ärztemangel sind Überstunden mitunter unvermeidbar.

Ärzteversichert rät: Wer dauerhaft Überstunden leistet, sollte prüfen, ob der Berufsunfähigkeitsschutz dem tatsächlichen Arbeitspensum angepasst ist.

Überstunden sind als Arzt nur dann sinnvoll, wenn sie vergütet oder zeitnah ausgeglichen werden, dauerhaft zu hohe Arbeitszeiten gefährden Gesundheit und Versicherbarkeit.

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