Eine Praxisübernahme lohnt sich, wenn der Kaufpreis maximal dem ein- bis zweifachen Jahresumsatz entspricht, ein eingespielter Patientenstamm und qualifiziertes Personal übernommen werden können und der Kassensitz rechtssicher übergeben wird. Im Vergleich zur Neugründung entfällt die riskante Anlaufphase.

Hintergrund

Der Goodwill, der immaterielle Wert einer Praxis, wird in Deutschland üblicherweise nach der modifizierten Ertragswertmethode berechnet. Bei einem Jahresgewinn von 200.000 Euro wäre ein Kaufpreis von bis zu 400.000 Euro inklusive Substanzwert marktüblich. Wichtig: Der Übernahmevertrag muss KV-seitig genehmigt werden; eine Nachfolgebesetzung durch die KV ist möglich, wenn kein direkter Käufer gefunden wird. Ärzteversichert empfiehlt, neben dem Kaufpreis auch Haftungsrisiken aus der Vorgeschichte der Praxis sorgfältig zu prüfen.

Wann gilt das nicht?

Wenn der Kaufpreis den dreifachen Jahresgewinn überschreitet oder die technische Ausstattung vollständig erneuert werden muss, ist eine Neugründung oft wirtschaftlicher. Auch eine Übernahme in einem strukturschwachen Gebiet mit rückläufiger Patientenfrequenz sollte kritisch geprüft werden.

Eine Praxisübernahme lohnt sich, wenn Kaufpreis, Patientenstamm und Kassensitzübertragung stimmen und der sofortige Einstieg in einen laufenden Betrieb attraktiver ist als eine riskante Neugründung.

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