Der Fachkräftemangel bei Ärzten verändert die Rahmenbedingungen für Niederlassung, Praxisabgabe und Arbeitsbelastung grundlegend – mit direkten Folgen auch für den Versicherungsbedarf niedergelassener Ärzte.

Laut KBV werden bis 2035 bundesweit rund 11.000 Hausarztstellen unbesetzt bleiben. Das erhöht die Arbeitsbelastung verbleibender Ärzte erheblich, erschwert die Praxisabgabe und zwingt viele Mediziner in eine Tätigkeit weit über das Rentenalter hinaus. Damit steigen auch die Risiken für Berufsunfähigkeit und Praxishaftung.

Hintergrund

Die demografische Entwicklung trifft die Ärzteschaft doppelt: Die Nachfrage nach medizinischen Leistungen steigt durch die alternde Bevölkerung, während gleichzeitig viele Ärzte der Gründergeneration in Rente gehen. Laut Bundesärztekammer waren Ende 2024 rund 416.000 Ärzte in Deutschland tätig; der Bedarf steigt jedoch schneller als Nachwuchs nachkommt. Besonders betroffen sind ländliche Regionen und hausärztliche Versorgung.

Praktische Konsequenzen für niedergelassene Ärzte: Längere Arbeitszeiten erhöhen das Berufsunfähigkeitsrisiko. Praxisübergaben werden schwieriger, weil Nachfolger fehlen. Der finanzielle Druck steigt, was viele zu längerer Berufstätigkeit im Rentenalter zwingt. Für Ärzte im Alter über 60 steigen PKV-Beiträge erheblich, während die Berufstätigkeit noch fortgesetzt wird.

Wann gilt das nicht?

In Ballungsräumen und gefragten Fachrichtungen (z. B. Dermatologie, Radiologie) ist der Mangel weniger ausgeprägt. Angestellte Ärzte in MVZ oder Kliniken sind von Praxisnachfolgerisiken nicht direkt betroffen.

Ärzteversichert berät Ärzte zu BU-Absicherung und Altersvorsorge speziell für die Phase einer verlängerten Berufstätigkeit.

Quellen

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