Der Klimawandel verändert das Krankheitsspektrum, dem Ärzte in Deutschland begegnen: Hitzewellen, neue Infektionskrankheiten und klimabedingte psychische Belastungen nehmen zu.

Der Klimawandel bedeutet für Ärzte, dass sie zunehmend mit hitzebedingten Erkrankungen, dem Vordringen tropischer Infektionskrankheiten (z. B. West-Nil-Fieber, Dengue) und klimabedingten psychischen Erkrankungen konfrontiert werden; Ärzte tragen Verantwortung für Prävention, Aufklärung und eine auf veränderte Morbidität ausgerichtete Praxisorganisation.

Hintergrund

Laut Bundesgesundheitsministerium verursachen Hitzewellen in Deutschland jährlich bis zu 20.000 Todesfälle, die zu einem erheblichen Teil medizinisch vermeidbar wären. Das Robert Koch-Institut beobachtet die Ausbreitung von Tigermücken als Überträger von Dengue-Fieber auch in Deutschland. Die Lancet Countdown Studie 2023 beziffert die Zahl der klimabedingten Krankheitsfälle in Europa auf mehrere Millionen jährlich. Ärzte sollten in Hitzeperioden besonders vulnerable Patientengruppen proaktiv kontaktieren und in der Patientendokumentation klimarelevante Erkrankungen kodieren.

Wann gilt das nicht?

In kühleren Regionen Deutschlands und bei Patienten ohne klimabezogene Risikofaktoren sind die beschriebenen Veränderungen weniger ausgeprägt. Die Hitzeschutzpläne gelten zunächst vorrangig für stationäre Einrichtungen.

Ärzteversichert weist darauf hin, dass eine gute Betriebsunterbrechungsversicherung auch bei klimabedingten Praxisausfällen (z. B. Hitzesturm-Schäden) finanziellen Schutz bietet.

Quellen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →