Aktien-Einzelwerte sind direkte Beteiligungen an Unternehmen, die Ärzten hohe Renditechancen bieten, aber auch erhebliche Risiken durch Kursvolatilität und Einzeltitelkonzentration mit sich bringen.
Für Ärzte bieten Aktien-Einzelwerte attraktive langfristige Renditechancen (historisch 6 bis 9 Prozent jährlich), erfordern aber eine breite Diversifikation über mindestens 20 bis 30 Titel; Kursgewinne und Dividenden unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag.
Hintergrund
Aktiengewinne werden steuerlich mit 25 Prozent Abgeltungsteuer besteuert (§ 20 EStG); der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 Euro jährlich (2.000 Euro für Ehepaare) und ist automatisch zu berücksichtigen. Medizinische Fachkenntnisse verleiten manche Ärzte dazu, Aktien von Pharmaunternehmen oder Medizintechnikherstellern überzugewichten (sog. „Home Bias im Berufsfeld"), was das Klumpenrisiko erhöht. Ein Dividendenportfolio aus 30 globalen Blue-Chip-Aktien kann jährliche Ausschüttungen von 2 bis 4 Prozent des investierten Kapitals generieren. Wertpapierdepots für Ärzte werden oft bei Direktbanken oder bei auf Ärzte spezialisierten Wertpapierhäusern geführt.
Wann gilt das nicht?
Ärzte mit sehr wenig Zeit für Kapitalmarktanalyse profitieren mehr von breit diversifizierten ETF-Indexfonds, da diese passiv verwaltet werden und langfristig besser als die Mehrheit der aktiv gemanagten Einzeltitel-Depots abschneiden.
Ärzteversichert empfiehlt, Aktienanlagen in eine Gesamtfinanzplanung einzubetten, die Liquiditätsreserven, Versicherungsschutz und Altersvorsorge koordiniert.
Quellen
- Bundesministerium der Finanzen – Kapitalertragsteuer
- BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
- Deutsche Rentenversicherung
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