Medizinstudenten sollten eine Berufsunfähigkeitsversicherung möglichst früh im Studium abschließen, weil die Prämien mit zunehmendem Alter und aufkommenden Vorerkrankungen dauerhaft steigen.
Ein 22-jähriger Medizinstudent ohne Vorerkrankungen zahlt für eine BU-Rente von 2.000 Euro monatlich bis zum 67. Lebensjahr je nach Anbieter 80 bis 130 Euro monatlich; wartet er bis zum 30. Lebensjahr, steigt die Prämie um 30 bis 50 Prozent; psychische Erkrankungen und Rückenprobleme, die im Studium auftreten, können später zu Ausschlüssen oder Zuschlägen führen.
Hintergrund
Laut GDV wird jeder vierte Arzt vor dem Rentenalter berufsunfähig; psychische Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates sind die häufigsten Ursachen. Im Studium gilt als abzusichernder Beruf der "Arzt" oder der "Medizinstudent"; nach Staatsexamen und Approbation empfiehlt sich eine Vertragsanpassung an die tatsächliche Fachrichtung. Wichtig: Die sogenannte Nachversicherungsgarantie erlaubt es, die BU-Rente zu Lebensereignissen (Abschluss, Heirat, Geburt Kind) ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Für Studenten ohne eigenes Einkommen ist eine Startabsicherung von 1.000 bis 1.500 Euro monatlich typisch; nach der Approbation sollte die Rente auf mindestens 60 bis 70 Prozent des Nettoeinkommens angehoben werden. Die abstrakte Verweisung muss im Vertrag ausgeschlossen sein.
Ärzteversichert empfiehlt, bereits im ersten oder zweiten Semester einen Beratungstermin zu nutzen, um den besten Einstiegszeitpunkt für eine BU ohne Gesundheitsfragen zu finden.
Wann gilt das nicht?
Wer bereits chronische Erkrankungen hat (z. B. Diabetes, Rückenprobleme, psychische Diagnosen), muss mit Ausschlüssen oder erhöhten Prämien rechnen; in solchen Fällen ist eine anonyme Voranfrage bei mehreren Versicherern sinnvoll.
Quellen
- GDV – Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft
- BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
- Bundesärztekammer
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