Die BU-Tarifauswahl für Ärzte ist komplex, weil Standard-Tarife oft nicht auf die spezifischen Risiken und Bedürfnisse medizinischer Berufsgruppen zugeschnitten sind.

Für Ärzte empfehlenswerte BU-Tarife zeichnen sich durch vier Kernmerkmale aus: Verzicht auf abstrakte Verweisung, arztspezifische Berufsklausel, Infektionsklausel für behördliche Tätigkeitsverbote und eine flexible Nachversicherungsgarantie ohne Gesundheitsprüfung. Tarife, die diese Merkmale vereinen, sind i.d.R. teurer als Standardprodukte, bieten aber im Leistungsfall deutlich besseren Schutz.

Hintergrund

Der BU-Markt bietet über 70 Anbieter mit Hunderten von Tarifen. Für Ärzte relevant sind insbesondere Angebote von Spezialanbietern, die eigene Ärzteprodukte führen, sowie Tarife mit hoher Ratingnote (Morgen & Morgen, Franke und Bornberg). Die Leistungsquote im Anerkennungsfall variiert je nach Anbieter erheblich: Gute Gesellschaften erkennen über 80 Prozent der Erstanträge an. Beim Beitragsvergleich ist zu beachten: Günstige Prämien können mit ungünstigen Klauseln, hohen Risikozuschlägen bei bekannten Vorerkrankungen oder eingeschränkten Bedingungen einhergehen. Die monatlich versicherte Rente sollte 60 bis 70 Prozent des Nettoeinkommens abdecken, mindestens aber 2.500 Euro für Assistenzärzte.

Wann gilt das nicht?

Ärzte, die bereits mehrere Vorerkrankungen haben, können unter Umständen nur eingeschränkte Tarife mit Ausschlüssen erhalten. In diesem Fall ist ein anonymisiertes Vorabanfrageverfahren sinnvoll, um Ablehnungen zu vermeiden, die im Datenpool anderer Versicherer gespeichert werden.

Ärzteversichert führt systematische Tarifvergleiche durch, die speziell auf die rechtlichen und gesundheitlichen Anforderungen von Ärzten ausgerichtet sind.

Quellen

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