Entnahmestrategien für das Portfolio beschreiben, wie Ärzte im Ruhestand ihr angespartes Kapitalvermögen planvoll und nachhaltig entnehmen, ohne es vorzeitig zu erschöpfen.
Die bekanntesten Entnahmestrategien sind die Fixbetrag-Entnahme, die prozentuale Entnahme (z. B. 4-Prozent-Regel) und die Entnahme nach Lebenserwartung. Die 4-Prozent-Regel besagt, dass ein diversifiziertes Portfolio bei 4 % jährlicher Entnahme statistisch 30 Jahre reicht.
Hintergrund
Die sogenannte 4-Prozent-Regel stammt aus der Trinity-Studie (1998) und gilt als Faustregel für US-Portfolios aus 60 % Aktien und 40 % Anleihen. Für europäische Anleger wird oft eine konservativere Rate von 3,0 bis 3,5 % empfohlen, da die Renditedaten für Europa historisch niedriger ausfallen. Bei einem Portfoliowert von 2 Millionen Euro entspricht eine 4-prozentige Entnahmerate 80.000 Euro pro Jahr. Ärzte mit Versorgungswerksrente können einen geringeren Entnahmebedarf haben, was die nachhaltige Rate erhöht. Das Sequenzrisiko (früh eintretende Verlustphasen) ist der größte Gefährdungsfaktor für Entnahmestrategien.
Wann gilt das nicht?
Bei kurzen Ruhestandsphasen (z. B. wegen frühem Berufseinstieg als Arzt und hohem Lebensalter beim Ruhestand) können aggressivere Entnahmeraten zulässig sein. Wer auf eine lebenslange Leibrente setzt, benötigt keine explizite Entnahmestrategie. In Niedrigzinsphasen funktionieren Anleihe-lastige Portfolios schlechter; eine höhere Aktienquote kann das Langlebigkeitsrisiko mildern.
Ärzteversichert empfiehlt Ärzten nahe dem Ruhestand, ihre Entnahmestrategie gemeinsam mit einem unabhängigen Finanzberater und in Kombination mit bestehenden Versorgungswerks- oder Rentenansprüchen zu planen.
Quellen
- Deutsche Rentenversicherung – Rentenberechnung
- Bundesministerium der Finanzen – Kapitalanlage und Steuern
- Bundesärztekammer – Altersversorgung
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