Der gematik Identity Provider (IDP) ist der zentrale Authentifizierungsdienst der Telematikinfrastruktur und ermöglicht die sichere digitale Identifizierung von Patienten und Leistungserbringern für Gesundheits-Apps und digitale Dienste.
Der gematik IDP-Dienst stellt sogenannte „GesundheitsIDs" aus, mit denen sich GKV-Versicherte sicher bei Anwendungen wie der ePA-App, dem E-Rezept oder Gesundheits-Apps auf Rezept (DiGA) authentifizieren können. Für Leistungserbringer gibt es ein separates Authentifizierungsverfahren über den SMC-B-Ausweis.
Hintergrund
Die GesundheitsID ist eine digitale Identität, die durch die Krankenkasse ausgestellt und durch die gematik-Infrastruktur validiert wird. Patienten authentifizieren sich per eGK mit PIN oder über die gematik-App auf dem Smartphone. Für Praxen ist die Identifizierung über den Heilberufsausweis (HBA) oder die Institutionskarte (SMC-B) relevant; beide sind Voraussetzung für Zugriff auf TI-Dienste. Die GesundheitsID soll ab 2025 vollständig die Nutzung aller TI-Anwendungen absichern und den bisherigen PIN-Brief ersetzen.
Wann gilt das nicht?
Privatpatienten ohne GKV-Mitgliedschaft können den gematik-IDP nicht nutzen; für sie gibt es alternative Authentifizierungsverfahren der privaten Versicherungsunternehmen. Praxen ohne aktive TI-Anbindung können nicht auf IDP-gesicherte Dienste zugreifen. Ärzte, die ausschließlich außerhalb der TI tätig sind, sind nicht betroffen.
Ärzteversichert empfiehlt Praxen, die Sicherheitskomponenten der TI regelmäßig zu überprüfen und bei Datensicherheitsvorfällen sofort zu handeln, da entsprechende Haftungsrisiken bestehen.
Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit – gematik und TI
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – TI-Sicherheit
- BaFin – IT-Sicherheit im Gesundheitswesen
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