Die Liquiditätsplanung in der Praxis ist ein betriebswirtschaftliches Steuerungsinstrument, das alle geplanten Einzahlungen (Honorare, Privatpatientenrechnungen, Fördermittel) und Auszahlungen (Gehälter, Miete, Geräteleasing, Steuern) über einen Planungshorizont von in der Regel 12 Monaten gegenüberstellt.

Eine solide Liquiditätsplanung gibt dem Praxisinhaber einen rollierenden Monatsüberblick über den Kassenbestand und zeigt, wann Liquiditätsreserven benötigt werden. Für eine Arztpraxis empfiehlt sich eine Liquiditätsreserve von mindestens zwei bis drei Monatsausgaben als Puffer.

Hintergrund

Niedergelassene Ärzte erhalten ihre KV-Honorare mit einer Verzögerung von sechs bis acht Wochen nach Quartalsende; Privatrechnungen haben häufig Zahlungsziele von 30 Tagen oder mehr. Diese Zahlungsversätze bedeuten, dass laufende Kosten (Gehälter zum Monatsende, Miete, Steuervorauszahlungen) aus verfügbaren Mitteln bestritten werden müssen, bevor Honorareinzahlungen eingehen. Besonders kritische Monate sind Januar und April, wenn Jahresabschlusszahlungen und Steuervorauszahlungen fällig werden. Eine gute Liquiditätsplanung unterscheidet zwischen betrieblichen und privaten Entnahmen und vermeidet, dass der Arzt mehr entnimmt, als die Praxis erwirtschaftet. Steuerberater erstellen in der Regel eine Jahres-Liquiditätsplanung; monatliche Aktualisierungen durch den Praxismanager sind empfehlenswert.

Wann gilt das nicht?

Angestellte Ärzte in Kliniken oder MVZ sind von der Liquiditätsplanung ihrer Arbeitgeber nicht persönlich betroffen. Praxen mit ausschließlich Privatpatienten und sofortiger Zahlung haben weniger Zahlungsverzögerungen und damit einen einfacheren Liquiditätspuffer. Bei sehr kleinen Einzelpraxen ohne Angestellte ist eine vereinfachte Planungsübersicht ausreichend.

Quellen

Ärzteversichert unterstützt niedergelassene Ärzte dabei, eine einfache und effektive Liquiditätsplanung aufzubauen und monatlich zu aktualisieren.

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