Der Marburger Bund ist die größte deutsche Ärztegewerkschaft mit Sitz in Berlin und vertritt die wirtschaftlichen und beruflichen Interessen angestellter Ärzte gegenüber Krankenhausträgern und der Gesundheitspolitik.

Der Marburger Bund hat über 130.000 Mitglieder und ist tarifvertragsschließende Partei für Ärzte an kommunalen und universitären Kliniken. Der Tarifvertrag für Ärzte (TV-Ärzte) regelt Gehälter, Arbeitszeiten und Bereitschaftsdienstvergütungen; das Grundgehalt eines Assistenzarztes (Entgeltgruppe Ä1) beträgt nach TV-Ärzte/VKA derzeit rund 5.500 bis 7.500 Euro brutto monatlich je nach Erfahrungsstufe.

Hintergrund

Gegründet 1947, ist der Marburger Bund ein eingetragener Verein und gleichzeitig als Gewerkschaft aktiv. Er schloss 2006 erstmals eigenständige Tarifverträge für Krankenhausärzte ab, was zu einer dauerhaften Abspaltung der ärztlichen Tarifpolitik vom allgemeinen öffentlichen Dienst (TVöD) führte. Neben Tarifverhandlungen bietet der Verband Rechtsschutz in arbeitsrechtlichen Fragen, Fortbildungsangebote und berufskundliche Beratung an. Der Bund ist in Landesverbänden organisiert und auf Bundesebene vernetzt. Mitglieder zahlen Beiträge von etwa 0,5 bis 0,6 Prozent des Bruttogehalts monatlich. In Streikphasen koordiniert der Marburger Bund Arbeitskampfmaßnahmen, die in der Vergangenheit zu erheblichen Gehaltsverbesserungen geführt haben.

Wann gilt das nicht?

Der Marburger Bund handelt ausschließlich für angestellte Ärzte; niedergelassene Ärzte sind nicht Mitglied und werden durch Kassenärztliche Vereinigungen sowie die Bundesärztekammer vertreten. Ärzte an privaten Kliniken fallen oft unter private Haustarife, für die der TV-Ärzte nicht automatisch gilt. Beamtete Ärzte an Hochschulen unterliegen dem Beamtenrecht und nicht dem Tarif.

Quellen

Ärzteversichert informiert angestellte Ärzte über Tarifrechte und Mitgliedschaftsvorteile im Marburger Bund.

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