Eine gut geführte Arztpraxis ist neben dem laufenden Einkommen auch eine Kapitalanlage, deren Wert (Goodwill plus Sachwerte) bei Verkauf oder Übergabe typischerweise das Ein- bis Zweifache des jährlichen Gewinns beträgt.
Der Verkehrswert einer Arztpraxis setzt sich aus materiellem Wert (Inventar, Ausstattung) und immateriellen Werten (Goodwill: Patientenstamm, Ruf, Standort) zusammen. Laut KBV-Daten lagen Praxisverkaufspreise 2022 im Median bei 150.000 bis 300.000 Euro, je nach Fachrichtung und Region.
Hintergrund
Der Goodwill einer Arztpraxis entsteht durch langjährigen Patientenstamm, etablierten Standort und guten Ruf. Er wird bei der Praxisbewertung nach dem modifizierten Ertragswertverfahren (KBV-Empfehlung) kalkuliert: Bereinigter Jahresüberschuss multipliziert mit einem Kapitalisierungsfaktor (typisch 1 bis 2) ergibt den Unternehmenswert. Dieser Wert kann als Altersvorsorge eingeplant werden, ist aber nicht so sicher und liquide wie eine klassische Rentenversicherung. Zudem setzt die Realisierung des Praxiswertes einen geeigneten Käufer und einen funktionierenden Kassensitz-Markt voraus.
Wann gilt das nicht?
MVZ-Arztanteile ohne eigene Kassenzulassung haben keinen direkt verkäuflichen Goodwill-Anteil; der Wert liegt beim MVZ-Träger. In überversorgten Planungsbereichen kann der Praxiswert durch mangelnde Nachfrage stark sinken. Bei rein privatärztlichen Praxen ist der Goodwill oft höher, aber die Käufergruppe kleiner.
Ärzteversichert empfiehlt Praxisinhabern, den Praxiswert frühzeitig in die Altersvorsorgeplanung einzubeziehen, aber nicht allein darauf zu verlassen, und begleitende Vorsorgelösungen aufzubauen.
Quellen
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