Praxis-Apps sind mobile oder webbasierte Anwendungen, die Ärzte und Patienten bei Terminbuchung, Dokumentation, Befundkommunikation und Verwaltungsaufgaben digital unterstützen und über Schnittstellen mit der Praxisverwaltungssoftware (PVS) verbunden sein sollten.

Praxis-Apps für Patienten (z. B. Terminbuchung, Befundabruf) müssen DSGVO-konform sein und einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem App-Anbieter beinhalten. Laut KBV nutzen bereits über 50 % aller Praxen in Deutschland eine Form digitaler Patientenkommunikation.

Hintergrund

Der Markt für Praxis-Apps wächst stark; bekannte Anbieter sind Doctolib, Jameda, siilo (für Arzt-zu-Arzt-Kommunikation) und praxisspezifische Module großer PVS-Anbieter wie CGM oder Medatixx. Wichtige Auswahlkriterien: DSGVO-Konformität, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Serverstandort in Deutschland/EU und Schnittstelle zur bestehenden PVS. Apps, die Diagnose- oder Laborwerte an Patienten übermitteln, klassifizieren nach MDR als Medizinprodukt und unterliegen besonderen Zulassungsanforderungen. Für Ärzte als Anbieter einer App (z. B. eigene Praxis-App) gilt die Verantwortung für Datenschutz und Datensicherheit vollständig.

Wann gilt das nicht?

Rein interne Praxismanagement-Tools (ohne Patientenkontakt) unterliegen geringeren Anforderungen. In Praxen ohne Internetanbindung sind App-Lösungen nicht sinnvoll einsetzbar.

Ärzteversichert berät zur Absicherung digitaler Risiken in der Praxis, insbesondere zur Cyber-Haftpflichtversicherung bei digitalisierten Praxisprozessen.

Quellen

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