Praxis-Controlling bezeichnet die regelmäßige Erfassung, Analyse und Steuerung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen einer Arztpraxis mit dem Ziel, die wirtschaftliche Stabilität zu sichern und Optimierungspotenziale zu erkennen.

Wesentliche Controlling-Kennzahlen für Arztpraxen: monatlicher Umsatz, Kostenartenstruktur (Personal, Raum, Material), Fallzahl und Umsatz pro Fall sowie Liquiditätsreserve. Gute Praxen controllen mindestens quartalsweise und vergleichen mit Vorjahreswerten und Branchenwerten.

Hintergrund

Niedergelassene Ärzte führen ein wirtschaftliches Unternehmen und benötigen fundiertes Controlling, um rechtzeitig auf Abweichungen reagieren zu können. Ein einfaches Controlling-System umfasst: monatliche Einnahmen-Ausgaben-Auswertung aus der Finanzbuchhaltung, quartalsweise Abgleich mit dem Honorarbescheid der KV und jährlicher Soll-Ist-Vergleich mit dem Wirtschaftsplan. Moderne Praxisverwaltungssoftware enthält oft integrierte Controlling-Module. Bei einem Praxisumsatz von z. B. 500.000 Euro pro Jahr kann eine konsequente Controlling-Überwachung Einsparpotenziale von 5 bis 10 % (25.000 bis 50.000 Euro) identifizieren.

Wann gilt das nicht?

Sehr kleine Einzelpraxen mit stabilen Einnahmen und überschaubaren Kosten können mit einer vereinfachten jährlichen Betriebsauswertung auskommen. Im Krankenhaus übernimmt das kaufmännische Controlling diese Aufgaben; niedergelassene Ärzte müssen es selbst organisieren.

Ärzteversichert empfiehlt Praxisinhabern, Controlling-Instrumente als festen Bestandteil der Praxisorganisation zu etablieren und bei Bedarf externe Beratung in Anspruch zu nehmen.

Quellen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →