Die Schlüsselversicherung für die Praxis ist eine Spezialversicherung, die Kosten für den Austausch von Schlössern und Schließanlagen übernimmt, wenn ein Schlüssel oder eine Schlüsselkarte einer Arztpraxis abhandenkommt und dadurch ein Sicherheitsrisiko entsteht.

Der Verlust eines Praxisschlüssels kann den vollständigen Austausch der Schließanlage erforderlich machen, da unbefugter Zugang zu Patientendaten und medizinischem Equipment verhindert werden muss. Je nach Größe der Praxis und Schließanlage können die Kosten 2.000 bis über 15.000 Euro betragen; die Schlüsselversicherung trägt diese Kosten.

Hintergrund

Datenschutzrechtlich (DSGVO) ist der Praxisinhaber verpflichtet, unbefugten Zugang zu Patientendaten zu verhindern. Bei Verlust des Praxisschlüssels besteht nicht nur das Risiko eines Einbruchs, sondern auch ein potenziales Datenschutzproblem, wenn Patientenakten zugänglich werden könnten. Der DSGVO-Meldepflicht (Art. 33 DSGVO, innerhalb 72 Stunden) muss in solchen Fällen nachgekommen werden. Die Schlüsselversicherung ist entweder als eigenständige Police oder als Ergänzungsbaustein zur Inhalts- oder Haftpflichtversicherung erhältlich. Jahresprämien liegen häufig zwischen 50 und 200 Euro; Selbstbehalte variieren je nach Tarif. Einige Betriebshaftpflicht-Tarife für Arztpraxen schließen den Schlüsselverlust bereits mit ein.

Wann gilt das nicht?

Wenn der Schlüssel nicht verloren geht, sondern lediglich vergessen oder vorübergehend unauffindbar ist, besteht kein Versicherungsfall. Bei elektronischen Zugangssystemen oder Codeschlössern ohne physischen Schlüssel greift die Schlüsselversicherung klassischer Ausprägung nicht. Vorsätzliches Handeln des Versicherungsnehmers ist generell vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Quellen

Ärzteversichert empfiehlt Praxisinhabern, den Schlüsselverlust als möglichen Risikobaustein in ihrem Versicherungspaket zu berücksichtigen und auf Mitversicherung in bestehenden Policen zu prüfen.

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