Das 3-Schichten-Modell der Altersvorsorge gliedert alle Vorsorgeformen in drei Ebenen mit unterschiedlicher Steuerbehandlung; für Ärzte ist die Kenntnis aller Schichten entscheidend für eine optimale Ruhestandsplanung.

Die erste Schicht (Basisversorgung) umfasst Versorgungswerk und Rürup-Rente; Beiträge bis zu 27.566 Euro (2026) sind steuerlich absetzbar. Die zweite Schicht (betriebliche Altersvorsorge) erlaubt steuerfreie Einzahlungen bis 3.624 Euro jährlich. Die dritte Schicht (private Vorsorge) wie ETF-Sparpläne oder Lebensversicherungen ist aus versteuertem Einkommen zu finanzieren, bietet aber größte Flexibilität.

Hintergrund

Die Kosten und Erträge je Schicht unterscheiden sich erheblich:

  • Schicht 1 (Basisversorgung): Das Versorgungswerk erhebt Pflichtbeiträge von bis zu 1.503 Euro monatlich (2026); die Rürup-Rente kostet je nach Anbieter 0,5 bis 1,5 Prozent der Beitragssumme als jährliche Verwaltungsgebühr. Beide Produkte haben keine Kapitalauszahlung, nur lebenslange Rente.
  • Schicht 2 (bAV/Direktversicherung): Verwaltungskosten liegen bei 2 bis 5 Prozent der Beitragssumme; angestellte Krankenhausärzte profitieren von Arbeitgeberzuschüssen von mindestens 15 Prozent seit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz 2019.
  • Schicht 3 (private Vorsorge): ETF-Sparpläne kosten 0,1 bis 0,5 Prozent Jahresgebühr; klassische Kapital-Lebensversicherungen haben Abschlusskosten von 3 bis 5 Prozent der Beitragssumme und sind damit deutlich teurer.

Niedergelassene Ärzte können alle drei Schichten kombinieren; angestellte Ärzte nutzen typischerweise Versorgungswerk (Schicht 1) und bAV (Schicht 2) als Kern.

Gesamtkosten für eine typische Ärztevorsorgestrategie mit allen drei Schichten belaufen sich auf 2.000 bis 4.000 Euro monatlich an Beiträgen bei einem Einkommen von 120.000 Euro brutto jährlich.

Wann gilt das nicht?

Ärzte in Privatpraxis ohne Versorgungswerk-Pflicht (z. B. in manchen MVZ-Konstruktionen) müssen die Basisversorgung vollständig selbst aufbauen; hier entfällt Schicht 1 als Pflichtschicht. Ärzte mit sehr kurzem Verbleib im deutschen Steuersystem profitieren weniger von der nachgelagerten Besteuerung der ersten Schicht.

Ärzteversichert hilft bei der Analyse der optimalen Schichten-Kombination und der Kostenkontrolle über alle Vorsorgeebenen hinweg.

Quellen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →