Die abstrakte Verweisung in einer Berufsunfähigkeitsversicherung ermöglicht dem Versicherer, Leistungen zu verweigern, wenn der Versicherte theoretisch einen anderen zumutbaren Beruf ausüben könnte, auch wenn er diesen gar nicht tatsächlich ausübt.

Ein Arzt mit einer BU-Rente von 3.000 Euro monatlich, der wegen der abstrakten Verweisung keine Leistung erhält, verliert über 20 Jahre bis zu 720.000 Euro Rentenleistung. Hochwertige BU-Tarife für Ärzte verzichten vollständig auf die abstrakte Verweisung; günstigere Tarife mit abstrakter Verweisung sind auf dem Markt noch zu finden und sollten aktiv gemieden werden.

Hintergrund

Der Unterschied zwischen abstrakter und konkreter Verweisung ist für Ärzte finanziell entscheidend:

  • Abstrakte Verweisung: Der Versicherer kann den Arzt auf einen theoretisch möglichen Beruf verweisen, z. B. auf eine Tätigkeit als medizinischer Gutachter oder Berater, auch wenn dieser Beruf nicht ausgeübt wird und keine konkrete Stelle existiert.
  • Konkrete Verweisung: Nur wenn der Versicherte tatsächlich eine neue Berufstätigkeit aufgenommen hat, die seiner bisherigen Lebensstellung entspricht, kann der Versicherer leistungsfrei werden.
  • Moderner Standard: Alle qualitativ hochwertigen BU-Tarife für Ärzte verzichten auf die abstrakte Verweisung; die konkrete Verweisung ist der Mindeststandard.

Rechtliche Auseinandersetzungen bei abstrakter Verweisung dauern typischerweise 2 bis 5 Jahre; Anwalts- und Gerichtskosten summieren sich auf 5.000 bis 20.000 Euro; die Kombination von Zeitverlust und Kostenrisiko ist erheblich.

Ärzte sollten beim Vertragsabschluss explizit auf die Klausel "Verzicht auf abstrakte Verweisung" im Bedingungswerk achten.

Wann gilt das nicht?

Tarife ohne abstrakte Verweisung sind etwas teurer; für Ärzte ist der Mehrpreis von 5 bis 15 Prozent der Jahresprämie angesichts des Rentenvolumens von bis zu 1 Million Euro über die Vertragslaufzeit absolut gerechtfertigt.

Ärzteversichert prüft im Rahmen der Tarifberatung ausschließlich BU-Tarife ohne abstrakte Verweisung und erklärt die relevanten Klauseln im Bedingungswerk.

Quellen

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