Aktien-Einzelwerte bieten Ärzten direkten Zugang zum Kapitalmarkt ohne die Diversifikation eines Fonds; die Transaktionskosten sind überschaubar, der Zeitaufwand für Analyse und Verwaltung aber erheblich.
Ordergebühren bei deutschen Onlinebrokern liegen bei 3 bis 12 Euro pro Trade; bei einer Depotbank im Premiumsegment bei 25 bis 50 Euro. Für ein konzentriertes Portfolio aus 20 Einzelwerten mit je 10.000 Euro Investition und zweimal jährlichem Umschichten entstehen Transaktionskosten von 200 bis 800 Euro pro Jahr, also 0,1 bis 0,4 Prozent des Portfoliowerts.
Hintergrund
Die Gesamtkosten für ein Einzelaktien-Portfolio setzen sich aus mehreren Positionen zusammen:
- Ordergebühren: Je nach Broker 3 bis 50 Euro pro Order; Neobroker (Trade Republic, Scalable Capital) verlangen oft nur 1 Euro; klassische Filialbanken bis zu 50 Euro.
- Depotgebühren: Neobroker oft kostenfrei; klassische Depots 0,1 bis 0,4 Prozent des Depotvolumens jährlich.
- Spread: Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis; bei DAX-Werten typischerweise 0,01 bis 0,05 Prozent; bei kleinen Nebenwerten bis zu 1 bis 2 Prozent.
- Steuerliche Kosten: Abgeltungsteuer 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag auf Kursgewinne und Dividenden; Freistellungsauftrag bis 1.000 Euro (Einzelperson) oder 2.000 Euro (Ehepaare) nutzbar.
Verglichen mit aktiv gemanagten Fonds (laufende Kosten 1 bis 2 Prozent) sind Einzelaktien bei geringem Handelsvolumen günstiger; verglichen mit ETFs (0,1 bis 0,3 Prozent) aber teurer, wenn häufiger gehandelt wird.
Wann gilt das nicht?
Ärzte mit wenig Zeit für Kapitalmarktanalyse und Wunsch nach breiter Diversifikation fahren mit einem kostengünstigen ETF-Portfolio besser; Einzelaktien eignen sich nur, wenn der Investor bereit ist, Unternehmensberichte zu lesen und gezielt zu investieren.
Ärzteversichert empfiehlt, Einzelaktien-Investments als Beimischung zu einem ETF-Kern-Portfolio zu nutzen, nicht als alleinige Anlagestrategie.
Quellen
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