Ein funktionierendes Beschwerdemanagement in der Arztpraxis lässt sich bereits mit geringem Budget aufbauen: Einfache Systeme kosten unter 500 Euro jährlich, professionelle QM-Einführungen bis zu 3.000 Euro einmalig.

Für eine niedergelassene Einzelpraxis reichen standardisierte Formulare, ein definierter Bearbeitungsprozess und Mitarbeiterschulungen aus – Gesamtaufwand ca. 200–500 Euro pro Jahr. Größere Praxen oder MVZs investieren in digitale Lösungen und externe QM-Beratung.

Hintergrund

Kassenärzte sind nach § 135a SGB V gesetzlich zur Einführung eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements verpflichtet, zu dem auch der Umgang mit Patientenbeschwerden gehört. Die KBV stellt mit QEP (Qualität und Entwicklung in Praxen) ein praxistaugliches System bereit; die Einführungsberatung kostet je nach Anbieter 800–2.500 Euro, jährliche Rezertifizierung ca. 300–800 Euro. Wer eigenständig vorgeht, kommt mit einer einfachen Beschwerdeerfassungsvorlage, klaren Zuständigkeiten und einem jährlichen Schulungstag (150–300 Euro) aus. Digitale Praxismanagementsoftware bietet häufig QM-Module für 20–50 Euro monatlich.

Wann gilt das nicht?

Privatärzte ohne GKV-Zulassung sind nicht nach § 135a SGB V verpflichtet. Für Beleg- und Ermächtigungsärzte gelten die Regelungen des aufnehmenden Krankenhauses. Berufsausübungsgemeinschaften teilen sich den QM-Aufwand und können pro Kopf günstiger kommen.

Quellen

Bei Ärzteversichert erfahren Sie, wie eine Haftpflichtversicherung Beschwerden abfängt, die zu Schadensersatzforderungen eskalieren.

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