Eine BU-Versicherung kostet für einen 35-jährigen Arzt mit 3.000 Euro monatlicher Rente rund 200 bis 350 Euro im Monat; eine vergleichbare Grundfähigkeitsversicherung liegt bei 80 bis 150 Euro.
Die BU ist teurer, aber für Ärzte in der Regel sinnvoller: Sie leistet bei jeder Berufsunfähigkeit, nicht nur beim Verlust definierter Grundfähigkeiten. Für Ärzte mit Vorerkrankungen kann die Grundfähigkeitsversicherung jedoch eine sinnvolle Alternative sein.
Hintergrund
Die Berufsunfähigkeitsversicherung prüft, ob der zuletzt ausgeübte Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann (§ 172 VVG). Dies schließt auch Erkrankungen ein, die nur den ärztlichen Spezialberuf betreffen, etwa ein Zittern der Hände bei einem Chirurgen oder eine Stimmbandlähmung bei einem Anästhesisten.
Die Grundfähigkeitsversicherung dagegen leistet nur beim Verlust festgelegter körperlicher Fähigkeiten wie Gehen, Sehen, Greifen oder Sprechen. Ein Burnout, eine psychische Erkrankung oder ein fachspezifisches Zittern führen oft nicht zur Leistung, weil die definierten Grundfähigkeiten formal erhalten bleiben.
Preislich liegt der Unterschied je nach Anbieter und Gesundheitszustand bei 50 bis 70 Prozent. Für Ärzte ohne Vorerkrankungen ist die BU klar die bevorzugte Wahl; bei Risikozuschlägen oder Ablehnungen kann die Grundfähigkeitsversicherung als Einstieg dienen.
Ärzteversichert analysiert beide Produktlinien und empfiehlt individuell je nach Gesundheitsstatus und finanzieller Situation des Arztes.
Wann gilt das nicht?
Wer aufgrund von Vorerkrankungen keine BU zu vertretbaren Konditionen erhält, kann die Grundfähigkeitsversicherung als Basisschutz nutzen. Sie ist auch sinnvoll als Ergänzung zu einer bestehenden BU mit lückenhafter Absicherung.
Quellen
- GDV – Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft
- Gesetze im Internet – VVG
- Bundesärztekammer
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →