Professionelles Hygienemanagement kostet Arztpraxen zwischen 3.000 und 15.000 Euro jährlich, abhängig von Fachgebiet, Praxisgröße und dem Einsatz invasiver Verfahren.
Die gesetzlichen Mindestanforderungen an das Hygienemanagement (Hygieneplan, Desinfektionsmittelkatalog, Personalschulung) kosten eine durchschnittliche Einzelpraxis rund 3.000 bis 6.000 Euro jährlich. Praxen mit invasiven Eingriffen oder eigenem Labor kommen auf 10.000 bis 15.000 Euro.
Hintergrund
Die Grundlage für das Hygienemanagement in Arztpraxen bilden das Infektionsschutzgesetz (IfSG), die Hygieneverordnungen der Länder sowie die RKI-Empfehlungen. Konkrete Kostenpositionen sind: Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe (1.000 bis 3.000 Euro jährlich), Hygieneschulungen für Mitarbeitende (200 bis 400 Euro je Teilnehmer), externe Beratung durch Hygienefachkräfte (1.000 bis 4.000 Euro jährlich), Wartung und Validierung von Sterilisationsgeräten (500 bis 2.000 Euro jährlich) sowie Dokumentation und Hygieneplan-Pflege (intern oder extern, 500 bis 1.500 Euro jährlich). Seit 2023 sind Praxen mit mehr als fünf Beschäftigten in einigen Bundesländern verpflichtet, eine ausgebildete Hygienefachkraft zu benennen.
Ärzteversichert empfiehlt, im Rahmen der Praxisversicherung eine Betriebshaftpflicht zu wählen, die auch Hygieneschäden (z. B. nosokomiale Infektionen) explizit einschließt.
Wann gilt das nicht?
Reine Beratungspraxen ohne Patientenkontakt mit körperlichem Eingriff (z. B. psychiatrische Gesprächspraxen ohne Injektionen) haben erheblich geringere Hygieneanforderungen. Für Gemeinschaftspraxen lohnt ein gemeinsamer Hygienebeauftragter.
Quellen
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