KIM (Kommunikation im Medizinwesen) kostet Arztpraxen 200 bis 500 Euro jährlich für die Nutzung des sicheren Kommunikationsdienstes innerhalb der Telematikinfrastruktur (TI).
KIM ist der zentrale sichere Kommunikationsdienst der TI für Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken. Die Jahresgebühr für den KIM-Dienst beträgt typischerweise 200 bis 400 Euro je nach Anbieter; Einrichtungskosten liegen einmalig bei 100 bis 300 Euro. Für Vertragsärzte ist KIM seit 2021 zur Nutzung für elektronische Arztbriefe (eArztbrief) verpflichtend.
Hintergrund
KIM ermöglicht den verschlüsselten Austausch von Arztbriefen, Befunden, Verordnungen und anderen medizinischen Dokumenten zwischen Leistungserbringern im Gesundheitswesen. Die Rechtsgrundlage ist § 311 SGB V; der Anschluss an die TI ist für Vertragsärzte Pflicht. Die gematik GmbH hat KIM als Standard für die sichere Nachrichtenübermittlung definiert. Technisch basiert KIM auf dem E-Mail-Protokoll SMTP/IMAP mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. KIM-Anbieter (z. B. KV-Connect, DMDI, Arvato) berechnen unterschiedliche Jahresgebühren; KVen übernehmen teilweise die Kosten. Die Nutzung von eArztbriefen (GOP 86900) wird mit 27 Cent je Brief vergütet, was die Kosten zumindest teilweise kompensiert.
Ärzteversichert empfiehlt, die TI-Infrastruktur und KIM-Anbindung im Rahmen der allgemeinen Cyberabsicherung der Praxis zu betrachten.
Wann gilt das nicht?
Privatärztliche Praxen ohne Kassenzulassung sind nicht zur KIM-Nutzung verpflichtet, können aber freiwillig teilnehmen. Für den Austausch mit Patienten (nicht Leistungserbringern) ist KIM nicht vorgesehen.
Quellen
- KBV – Kassenärztliche Bundesvereinigung
- Bundesministerium für Gesundheit
- Gesetze im Internet – SGB V
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