Professionelle Liquiditätsplanung für Arztpraxen kostet durch Steuerberater 500 bis 2.000 Euro jährlich, verhindert aber teure Kontokorrentüberziehungen (10 bis 15 Prozent Zinsen) und existenzgefährdende Zahlungsengpässe.

Arztpraxen haben durch die quartalsweise KV-Vergütung einen schwankenden Cashflow: Im ersten Monat nach einem Quartal ist die Liquidität oft eng. Eine rollende 13-Wochen-Liquiditätsplanung kostet in der Erstellung einmalig 200 bis 500 Euro, laufend 100 bis 200 Euro monatlich beim Steuerberater oder mit geeigneter Software ab 30 Euro monatlich.

Hintergrund

Das Besondere an Arztpraxen: Die KV-Vergütung wird quartalsweise nachträglich ausgezahlt (typischerweise 6 bis 10 Wochen nach Quartalsende), während Personalkosten, Miete und andere Fixkosten monatlich fällig sind. In einem Quartal mit 100.000 Euro KV-Einnahmen und 60.000 Euro Fixkosten muss die Praxis in den Wartephasen auf Rücklagen zurückgreifen oder einen Betriebsmittelkredit nutzen. Gute Liquiditätsplanung beantwortet: Wann kommen wieviel Einnahmen? Welche Ausgaben fallen wann an? Reicht das Praxiskonto? Tools: einfache Tabellenkalkulation, Praxisverwaltungssoftware-Module oder spezialisierte Finanzsoftware. Ein Liquiditätspuffer von 2 bis 3 Monaten Fixkosten (15.000 bis 30.000 Euro) ist empfehlenswert.

Ärzteversichert empfiehlt ergänzend zur Liquiditätsplanung einen Betriebsmittelkreditrahmen bei der Hausbank, um saisonale Schwankungen flexibel zu überbrücken.

Wann gilt das nicht?

Privatärztliche Praxen mit monatlicher GOÄ-Abrechnung haben einen gleichmäßigeren Cashflow; hier ist die Liquiditätsplanung weniger komplex. Für sehr kleine Praxen (unter 3 Mitarbeiter, geringe Fixkosten) reicht oft eine einfache monatliche Überprüfung des Kontostands.

Quellen

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