Das Notfalldatenmanagement (NFDM) auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) kostet Praxen pro Anlage zwischen 4 und 10 Euro nach EBM; der Zeitaufwand beträgt 10 bis 20 Minuten je Patient.
EBM-Vergütung für NFDM: Anlage eines Notfalldatensatzes EBM Nr. 01640 ca. 4,00 Euro (ca. 46 Punkte), Aktualisierung EBM Nr. 01641 ca. 2,00 Euro je Quartal bei Bedarf. Die Anlage ist freiwillig für Patienten und setzt Einwilligung voraus. TI-Kosten für Praxen: Die NFDM-Funktion ist Teil der Telematikinfrastruktur-Ausstattung (Konnektor, eHealth-Kartenterminal); Betriebskosten werden mit ca. 100 bis 400 Euro/Jahr kalkuliert (TI-Betriebskostenpauschale der KV).
Hintergrund
Das NFDM ermöglicht es Notärzten und Rettungskräften, im Notfall auf eGK gespeicherte medizinische Schlüsselinformationen zuzugreifen: Diagnosen, Allergien, Medikamente, Kontaktdaten. Seit 2023 wird das NFDM zunehmend auf die elektronische Patientenakte (ePA) übertragen; mit der ePA 3.0 (ab 2025) soll das NFDM automatisch Teil der ePA sein. Für Praxen bedeutet das: Die bisherige NFDM-Anlage auf der eGK wird mittelfristig durch ePA-basiertes Notfallmanagement abgelöst. Betriebskosten TI-Infrastruktur insgesamt: Konnektor ca. 500 bis 1.500 Euro Anschaffung, monatliche Betriebspauschale 130 bis 200 Euro (von KV teilweise erstattet). Datenschutz: NFDM-Daten sind mit dem PIN der Versicherten geschützt; Notfallzugriff ohne PIN ist nur mit Notfalleinstecken der eGK in das Lesegerät möglich. Datenschutzverstöße können Bußgelder nach DSGVO von bis zu 20 Mio. Euro auslösen.
Ärzteversichert informiert Arztpraxen über Versicherungsrisiken im Zusammenhang mit Digitalisierung und Datenschutz in der Telematikinfrastruktur.
Wann gilt das nicht?
Privatärztliche Praxen ohne KV-Zulassung sind nicht verpflichtet, an der TI teilzunehmen; hier entfallen NFDM-Kosten, aber auch die EBM-Vergütung.
Quellen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)
- Bundesministerium für Gesundheit
- Gesetze im Internet – SGB V
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