Online-Terminbuchungssysteme für Arztpraxen kosten je nach Anbieter und Funktionsumfang zwischen 30 und 200 Euro monatlich; die Systeme amortisieren sich oft schnell durch reduzierte Telefonzeiten und weniger No-Shows.

Kosten gängiger Terminbuchungssysteme (2024): Doctolib ca. 200 bis 250 Euro/Monat (inkl. Profilverwaltung und Patientenakquise), Jameda Premium ab 50 Euro/Monat, Terminland für Arztpraxen 29 bis 79 Euro/Monat, KV-eigene Lösungen (z.B. über TI-Terminservice) teilweise kostenfrei. Einmalige Einrichtungskosten 0 bis 500 Euro je nach Anbieter und Integration in die Praxissoftware.

Hintergrund

Seit Januar 2020 sind Vertragsärzte nach § 75 Abs. 1a SGB V verpflichtet, über die KV-Terminservicestellen Termine anzubieten (TSS); Online-Buchungssysteme erleichtern diese Pflicht. Effekte auf die Praxis: Reduzierung von Telefonzeiten um 20 bis 40 Prozent (je nach Patientenmix), Senkung der No-Show-Rate durch automatische Erinnerungen um 10 bis 30 Prozent, Erreichbarkeit außerhalb der Sprechzeiten. Datenschutz: DSGVO-konforme Systeme sind Pflicht; Patientendaten müssen auf deutschen Servern gespeichert werden und dürfen nicht für Werbezwecke genutzt werden. Bei Datenschutzverstößen drohen DSGVO-Bußgelder von bis zu 4 Prozent des Jahresumsatzes. Kosteneinsparungspotenzial: Eine Praxis mit 50 Anrufern täglich je 5 Minuten Telefonaufwand bindet ca. 4 Stunden MFA-Zeit; bei 20 Euro/Stunde ergibt das 1.600 Euro/Monat potenzielle Einsparung durch Automatisierung.

Ärzteversichert informiert Praxen zu digitalen Lösungen und Versicherungsfragen rund um Datenschutz und IT-Haftung.

Wann gilt das nicht?

Für sehr kleine Praxen mit wenigen täglichen Terminen (z.B. Spezialisten mit Überweisungspflicht) kann das Kosten-Nutzen-Verhältnis ungünstig sein; hier genügt oft eine einfache Kalender-App oder ein KV-eigenes System.

Quellen

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