Ein optimaler Personalschlüssel kostet Arztpraxen 40 bis 60 Prozent des Umsatzes an Personalausgaben; der branchenübliche Richtwert liegt bei 2 bis 4 Vollzeit-MFAs je Arzt je nach Fachrichtung und Praxistyp.

Personalschlüssel nach Praxistyp: Allgemeinmedizin 2 bis 3 MFAs je Arzt, Fachpraxis (Innere, Orthopädie) 2 bis 4 MFAs je Arzt, operative Praxis (Chirurgie, Gynäkologie) 3 bis 5 MFAs je Arzt. Kosten: Eine Vollzeit-MFA kostet den Arbeitgeber insgesamt 35.000 bis 55.000 Euro brutto/Jahr (inkl. Sozialabgaben und Sonderzahlungen). Bei 4 MFAs = 140.000 bis 220.000 Euro jährliche Personalkosten.

Hintergrund

Der Personalschlüssel hängt von mehreren Faktoren ab: Kassenpatientenanteil (GKV-Patienten bedeuten mehr Verwaltungsaufwand als Privatpatienten), Leistungsspektrum (operative Eingriffe, IGeL, Hausbesuche), Öffnungszeiten und Quartalsschwankungen. KBV-Orientierungsgröße: Eine Allgemeinpraxis mit 800 bis 1.000 Scheinen pro Quartal benötigt mindestens 2 bis 3 Vollzeit-Äquivalente. Unterbesetzung führt zu: Überlastung des vorhandenen Personals (höhere Krankentage, Fluktuationsrisiko), längere Wartezeiten (Patientenzufriedenheit sinkt), fehlerhafte Dokumentation durch Zeitdruck (Haftungsrisiko). Überbesetzung kostet Rendite: Jede überschüssige Vollzeit-MFA kostet 40.000 bis 55.000 Euro jährlich ohne Gegenleistung. Optimierung: Analyse der Arbeitszeiten und Aufgaben je MFA-Stelle kann Einsparpotenziale von 10 bis 20 Prozent zeigen, z.B. durch Digitalisierung von Terminbuchung und Befundversand.

Ärzteversichert unterstützt Praxisinhaber bei der Personalplanung und hilft, attraktive Gesamtpakete für MFAs zu schnüren.

Wann gilt das nicht?

Bei vollständiger Umstellung auf elektronische Dokumentation und Online-Terminbuchung kann der Personalschlüssel um 0,5 bis 1 Vollzeitkraft je Arzt reduziert werden; in solchen digitalisierten Praxen sinken die Personalkosten entsprechend.

Quellen

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