Pflegeberatung für Angehörige ist bei gesetzlichen Krankenkassen und in Pflegestützpunkten kostenlos; private Pflegeberater und Case Manager kosten 80 bis 150 Euro je Stunde.
Kostenlose Pflegeberatung: Jeder GKV-Versicherte hat nach § 7a SGB XI Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung durch einen Pflegeberater der Krankenkasse; dieser Anspruch muss aktiv eingefordert werden. Pflegestützpunkte (in vielen Bundesländern) bieten kostenlose trägerunabhängige Beratung. Private Pflegeberater: 80 bis 150 Euro/Stunde; geeignet für komplexe Situationen mit Koordinationsaufwand und professionellem Case Management.
Hintergrund
Die gesetzliche Pflegeberatung nach § 7a SGB XI wurde 2008 eingeführt; jeder Antragsteller auf Pflegeleistungen hat Anspruch auf eine kostenlose Pflegeberatung innerhalb von 2 Wochen. Inhalte der Pflegeberatung: Pflegegrad-Einstufung und Widerspruchsbegleitung, Leistungsübersicht GKV-Pflegeversicherung, Koordination von ambulanten Diensten und Hilfsmitteln, Entlastungsangebote für pflegende Angehörige. Für Ärzte als Angehörige: Die ärztliche Expertise kann hilfreich sein, ersetzt aber keine professionelle Pflegeberatung, da Versicherungsleistungen und Antragsverfahren spezifisches Pflegekassen-Know-how erfordern. Private Pflegeberatung lohnt sich besonders bei: Widersprüchen gegen Pflegegrad-Entscheidungen des MDK (Erfolgsquote bei professioneller Begleitung ca. 40 bis 60 Prozent), komplexen Wohnsituationen (Pflege-WG, Eigentum), internationalen Familienverhältnissen.
Ärzteversichert informiert Ärzte zu Pflegeversicherungsleistungen und unterstützt bei der finanziellen Vorsorge für den Pflegefall.
Wann gilt das nicht?
PKV-Versicherte haben keinen gesetzlichen Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung durch die Krankenkasse; sie können die Beratung durch ihre PKV in Anspruch nehmen oder einen privaten Pflegeberater beauftragen.
Quellen
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