QM-Systeme für Arztpraxen kosten für die Einführung 500 bis 5.000 Euro, für Zertifizierungen nach ISO 9001 oder QEP zusätzlich 1.500 bis 5.000 Euro; die laufende Pflege kostet 200 bis 1.000 Euro jährlich.

Qualitätsmanagement (QM) in der Arztpraxis ist seit 2005 gemäß § 135a SGB V für Vertragsärzte verpflichtend. Einfache QM-Systeme ohne externe Zertifizierung sind kostengünstig (ab 500 Euro für Software plus Beratung); eine Zertifizierung nach QEP oder ISO 9001 kostet 3.000 bis 8.000 Euro inklusive Audit.

Hintergrund

Die gesetzliche QM-Pflicht für Vertragsärzte ergibt sich aus § 135a SGB V und der QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Ärzte müssen ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagementsystem einführen und weiterentwickeln. Die wichtigsten Kostenpositionen:

  • QM-Software: Cloud-basierte QM-Tools für Praxen kosten 20 bis 80 Euro/Monat; einmalige Einrichtungskosten 200 bis 500 Euro.
  • Beratung zur QM-Einführung: 1 bis 3 Beratertage à 500 bis 1.000 Euro/Tag.
  • Zertifizierung nach QEP (Qualität und Entwicklung in Praxen): Entwickelt von KBV und Bundesärztekammer; Zertifizierungsgebühren ca. 2.000 bis 4.000 Euro inkl. Visitor-Besuch.
  • ISO 9001-Zertifizierung: 3.000 bis 8.000 Euro je nach Praxisgröße; jährliche Überwachungsaudits 1.000 bis 2.000 Euro.
  • Laufende Pflege: Aktualisierung der Dokumente, interne Audits, Mitarbeiterschulungen: 200 bis 1.000 Euro/Jahr.

Wann gilt das nicht?

Angestellte Ärzte in Kliniken unterliegen dem QM-System des Krankenhausträgers; eigene Praxis-QM-Systeme sind dann nicht erforderlich. Privatarztpraxen ohne Kassenzulassung sind zwar nicht nach § 135a SGB V verpflichtet, jedoch aus haftungsrechtlichen Gründen empfehlenswert.

Ärzteversichert empfiehlt, QM-Systeme als Teil eines umfassenden Risikomanagements zu betrachten, das auch Haftpflicht- und Sachversicherungen einschließt.

Quellen

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